
Im Rahmen des Wahlseminars Gebäudelehre – nachhaltiger Schulbau im Klimawandel
von Jolande Groß und Theresa Grimm
betreut von: Univ.Ass.in DI Carla Schwaderer MA E253 Institut für Architektur und Entwerfen
WS 2025/26
Ausgehend von der aktuellen Klimakrise und der Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, gewinnt der Erhalt und die Transformation von Bestandsgebäuden zunehmend an Bedeutung. Wie Friedrichsen (2024) betont, liegt der Schlüssel zur Emissionseinsparung im Bauwesen nicht allein im energieeffizienten Neubau, sondern in der Verlängerung der Lebenszyklen von Bestandsgebäuden. Elefante betont: „The greenest building is... one that is already built“ (Elefante, 2007, S. 26). Die Einführung des europäischen Klimagesetzes setzt die Klimaneutralität bis 2050 voraus (Kaltenbrunner, 2025, S. 37) und verdeutlicht diesen Handlungsdruck.
Parallel zum Klimakontext wächst die Nachfrage nach Schulräumen in Wien. Vor diesem Hintergrund recherchieren wir in der vorliegenden Arbeit, wie Nutzer*innen Schulräume in funktional transformierten Bestandsgebäuden wahrnehmen. Im Fokus steht die Wirkung architektonischer Merkmale auf Wohlbefinden und pädagogische Qualität sowie die Potenziale innovativer Raumprogramme.
Am Beispiel des Rainergymnasiums im 5. Wiener Gemeindebezirk untersuchen wir in diesem Zusammenhang die räumliche Qualität und das Zusammenspiel von Schulräumen verschiedener Gebäudetrakte, mit unterschiedlicher ursprünglicher Nutzung. Für die Beantwortung unserer Forschungsfrage haben wir qualitative und quantitative Daten im Rahmen von drei Schulbesuchen erhoben. Wir haben mit den Schüler*innen gesprochen, Kinderzeichnungen anfertigen lassen, Rundgänge durch das Bestandsschulgebäude mit einer Fotodokumentation durchgeführt und Traumschulen als Visionen zeichnen lassen. Außerdem wurden Interviews mit Lehrpersonen und der Direktorin durchgeführt.
Bereits Dudek (2002) zeigt, dass qualitativ gut gestaltete Lernumgebungen einen zentralen Einfluss auf pädagogische Prozesse haben. Auch wir stellen fest, dass die Schularchitektur einen Einfluss auf die Raumwahrnehmung, den Wohlfühlfaktor und demnach auch auf die Pädagogik haben können und gleichzeitig transformierte Bestandsgebäude Potenzial bieten, um moderne pädagogische Raumkonzepte zu integrieren.
1 Prolog
1.1 Erforderliche Umnutzung statt Neubau und benötigter Schulraum in Wien
2 Hauptteil
2.1 Umnutzung von Schulraum in Bestandsgebäuden
2.1.1 Gebäudezertifizierung von nachhaltigen Schulen in transformierten Bestandsgebäuden
2.1.2 Raumprogramme in Schulen und Bestandsgebäuden
2.1.2.1 Klassenzimmer
2.1.2.2 Pausenräume und Aufenthaltsräume
2.1.2.3 Bewegungsräume
2.2 Raumwahrnehmung
2.2.1 Definition und Abstufungen von Raumwahrnehmung
2.2.2 Raumwahrnehmung und Wohlfühlfaktor in Schulen
2.3 Fallbeispiel Rainergymnasium
2.3.1 Einleitung Rainergymnasium
2.3.2 Beschreibung der Methoden im Rahmen von Schulbesuchen
2.3.3 Ergebnisse der teilnehmenden Beobachtung
2.3.4 Ergebnisse der Raumwahrnehmung von Schüler*innen im Bestandsgebäude erster Schulbesuch
2.3.5 Ergebnisse der Raumwahrnehmung von Schüler*innen im Bestandsgebäude zweiter Schulbesuch
2.3.6 Ergebnisse der Interviews von Lehrpersonen
3 Fazit
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Interviewverzeichnis
1.1 Erforderliche Umnutzung statt Neubau und benötigter Schulraum in Wien
Die Schule ist der Ort, an dem Kinder und Jugendliche sich die meiste Zeit ihres Tages aufhalten. Schulräume prägen nicht nur, wie Kinder und Jugendliche lernen, sondern auch, wie sie miteinander interagieren und sich weiterentwickeln. Aus diesem Grund spielt die Architektur eine entscheidende Rolle in der persönlichen und pädagogischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ein pädagogisch wertvoller Raum wird nach Loris Malaguzzi, Begründer der Reggio-Pädagogik, oft auch als „Dritter Pädagoge“ bezeichnet (Rauscher, Schwarz-Viechtbauer & Rabl, 2012). Loris Malaguzzi rückt damit räumliche Strukturen für Lernprozesse, das persönliche Wohlbefinden und die Entwicklung in den Fokus.
Angesichts der ökologischen und ökonomischen Belastungen des Neubaus gilt: Das nachhaltigste Gebäude ist das, was nicht neu gebaut werden muss. Der Bausektor zählt zu den ressourcen- und emissionsintensivsten Bereichen, wobei ein erheblicher Anteil der CO₂-Emissionen bereits in der Errichtung von Neubauten entsteht (IPCC, 2022). Die Umnutzung und Weiterentwicklung von Bestandsgebäuden ermöglicht es hingegen, graue Energie zu erhalten und den Flächenverbrauch zu minimieren, ein Faktor der insbesondere in dicht bebauten Städten wie Wien von zentraler Bedeutung ist (Brunner & Kaufmann, 2019). Gleichzeitig wächst die Bevölkerung Wiens weiterhin, sodass jährlich zusätzlicher Schulraum geschaffen werden muss (Stadt Wien, 2025).
In diesem Zusammenhang trifft man immer wieder auf Konzepte, wie man ein Bestandsgebäude zu einer Schule umfunktionieren kann. Eine Herausforderung ist es, die unterschiedliche Nutzungen und bauliche Strukturen aus verschiedenen Epochen zu vereinen und gleichzeitig zu pädagogisch hochwertigen Räumen umzugestalten. Das Rainergymnasium im 5. Wiener Gemeindebezirk, das durch den gründerzeitlichen Kriehubertrakt erweitert wurde, bietet hierfür ein besonders geeignetes Untersuchungsfeld. Die Schule ermöglicht einen guten Vergleich zwischen einem gründerzeitlichen Schulgebäude, das als solches geplant war, und einem Gebäudetrakt, für den zuerst eine andere Funktion vorgesehen war. Im Laufe von drei Schulbesuchen haben wir untersucht, in welchen Schulräumen sich die Schüler*innen besonders wohlfühlen, wie Lehrpersonen die räumliche Ausstattung und Nutzung der beiden Gebäudetrakte erleben und ob transformierte Bestandsgebäude aus Sicht der persönlichen Raumwahrnehmung eine sinnvolle Alternative zum Neubau darstellen.
2.1 Umnutzung von Schulraum in Bestandsgebäuden
2.1.1. Gebäudezertifizierung von nachhaltigen Schulen in transformierten Bestandsgebäuden
Um die Nachhaltigkeit eines Gebäudes zu klassifizieren, existiert in Österreich der klimaaktiv Gebäudestandard, das ein Qualitätszeichen für energieeffiziente, ökologische und komfortable Gebäude sowie Orientierungshilfe für nachhaltige Planung darstellt. Dabei gliedern sich die Qualitätsstufen in Bronze, Silber und Gold, wobei für Gold mindestens 900 von 1000 Punkten erreicht werden müssen (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie [BMK], 2023). Der klimaaktiv Gebäudestandard ist damit ein Nachhaltigkeitssiegel und bewertet Gebäude in den Bereichen Klimawandelanpassung und Standort, Energie und Versorgung, Ressourcen und Kreislaufwirtschaft sowie Komfort und Gesundheit (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus [BMWET], 2025). Gebäude mit einer klimaaktiv Gold-Auszeichnung profitieren zudem von finanziellen Förderungen, offizieller Anerkennung und langfristiger Wertsteigerung durch zukunftsfähige Bauweise.
Ein Beispiel im Bereich Schulbauten mit einer klimaaktiv Gold-Auszeichnung ist der Bildungscampus Gersthof. Das ehemalige Krankenhaus wurde zu einer Campus-Modellschule mit 23 Klassen sowie Räumen für Nachmittagsbetreuung und Sonderunterricht umgebaut. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde durch die Gestaltung des Gartengeschosses über 500m2 Nutzfläche erweitert, thermisch aufgewertet, gedämmt, technisch saniert und durch eine PV-Anlage ausgestattet (Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H, 2025). Durch die Bestands- und Funktionssanierung erreicht das Bildungsgebäude insgesamt 907 von 1000 klimaaktiv Punkten (Klimaaktiv, 2025) und zeigt exemplarisch wie bestehende Gebäude nachhaltig umgenutzt werden können und neue Schulfunktionen zu erfüllen.
2.1.2 Raumprogramme in Schulen und Bestandsgebäuden
Die Gestaltung der Raumprogramme für Schulen folgt in der heutigen Zeit primär der Denkweise „Form Follows Learning“ (Rauscher & Hammon, 2012). Die Architektur dient nicht mehr vorrangig als Gebäudehülle, sondern wird als aktives pädagogisches Werkzeug eingesetzt. Diese neuen pädagogischen Nutzungskonzepte erfordern bei Umnutzung bestehender Gebäude ein Umdenken. Moderne Raumprogramme lassen sich in Bestandsgebäuden, deren Bau ursprünglich für eine andere Funktion vorgesehen war z.B. als Finanzamt, Krankenhaus oder Fabrik, als auch in bestehenden Schulgebäuden nur schwierig adaptieren (Zinner, 2020).
Traditionelle Schulraumprogramme unterscheiden sich stark von gegenwärtigen Konzepten und sind in den meisten Fällen auf den Frontalunterricht aus dem 19. Jahrhundert ausgelegt (Theimer und Foth, 2019). Dieses sehr hierarchisch organisierte pädagogische Konzept wird heutzutage versucht durch die architektonische Struktur aufzubrechen. Während die herkömmlichen Typologien häufig als eindimensionale Seh- und Hörräume fungieren, erfordern zeitgemäße pädagogische Konzepte eine Transformation hin zu flexiblen Raum-Clustern (Rauscher & Hammon, 2012).
Die Gangschule repräsentiert die klassischste Schultypologie, bei der es einen durchlaufenden Gang als lineare Erschließung für die seriell nebeneinander angeordneten Klassenzimmer gibt. Die klare Trennung zwischen Lern- und Erschließungszonen sorgt für eine übersichtliche und gute Orientierung im Gebäude, führt jedoch zu einem zunehmenden „Verlust der Passung“ gegenüber modernen Lern- und Lehrsituationen (Rauscher & Hammon, 2012). Die Gangschule bietet wenig Möglichkeiten für neue pädagogische Konzepte und Umnutzungen, da die Gänge primär als Bewegungsfläche dienen und keine Aufenthaltsqualitäten aufweisen. Die Klassenzimmer selbst wirken in der Typologie isoliert und unflexibel.
Atriumschulen hingegen organisieren sich um einen zentralen Raum. Es handelt sich vorwiegend um einen über mehrere Geschosse erstreckenden Mehrzweckraum, der eine optimierte natürliche Belichtung, vielfältige Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes sowie eine erhöhte räumliche Transparenz ermöglicht. Zudem fungiert das Atrium als Ort des Austausches zwischen den Nutzer*innen, welches in den modernen pädagogischen Konzepten eine wichtige Rolle spielt.
Die Pavillon-Schultypologie zeichnet sich als eine sehr offene, flexibel erweiterbare Struktur aus. Sie setzt sich aus mehreren einzelnen Gebäuden zusammen, die meist über den Außenraum erschlossen werden. Da diese fortschrittliche Bauweise jedoch häufig eingeschossig realisiert wird, ergibt sich daraus ein hoher Flächenbedarf, der insbesondere im verdichteten, städtischen Kontext meist ein Hindernis darstellt.
Zeitgenössische Schulbaukonzepte streben nach offenen Lernlandschaften und dem Clusterprinzip, um moderne Lernprozesse zu fördern (Rauscher & Hammon, 2012). Die modernen Typologien betonen architektonische Offenheit und strukturelle Flexibilität im Schulalltag, wodurch die Schule als proaktiver Interaktionsraum für alle Nutzer*innen funktioniert (Dudek, 2002). Mehrere Klassenzimmer werden hierbei funktional zu einem Cluster zusammengefasst und bilden eine „kleine Schule in einem großen Schulgebäude“ (Theimer & Foth, 2019). Die Anordnung der Unterrichtsräume um eine multifunktionale Mitte, die in ihrer Nutzung wie ein Marktplatz im Cluster aufgebaut ist, ermöglicht unterschiedliche Lernsituationen mit verschiedensten Interaktionen. Diese räumliche Konfiguration fördert das selbstständige Lernen und steigert die Attraktivität der Lernumgebung durch eine atmosphärische Raumqualität (Rauscher, Schwarz-Viechtbauer & Rabl, 2012).
Bei einer Umnutzung von Bestandsgebäuden, die vorher für eine andere Funktion konzipiert wurden, werden die pädagogischen Raumprogramme mit bestehender baulicher Struktur und anderen Funktionslogiken konfrontiert. Daher ist in der Transformation entscheidend, ob die vorhandene Struktur eine adaptive Anpassung an die modernen Typologien erlaubt. Oft haben Bestandsgebäude wie z.B. Ämter oder Krankenhäuser eine sehr massive tragende Struktur, die eine vollständige Entkernung nicht zulässt. Aus diesem Grund werden häufig Mischtypologien eingesetzt und das Prinzip des „annähernden Clusters“ verfolgt (Zinner, 2020). Hierbei wird in einer traditionellen Typologie wie der Gangschule durch gezielte Wandöffnungen, dem Einsatz von Transparenz durch Verglasungen und die Aktivierung von Gangzonen versucht, eine beziehungsoffene Lernatmosphäre zu schaffen, die klassenübergreifendes Arbeiten ermöglicht.
2.1.2.1 Klassenzimmer
Das Klassenzimmer bildet den zentralen Lernraum im Schulbau und ist traditionell als abgeschlossene Räumlichkeit für die Nutzer*innen organisiert. In der Typologie der Gangschule sind die Klassenzimmer meist linear an einem Erschließungsgang organisiert, wodurch sich eine klare Trennung zwischen Lern- und Lehrräumlichkeiten sowie den Bewegungsflächen ergibt (Seydel, 2023). Diese räumliche Organisation bietet nur bedingt Möglichkeiten für differenzierte Lernsettings. Im Zuge der Umnutzung von Bestandsgebäuden wandelt sich das starre Klassenzimmer zu einer flexiblen Lernumgebung. Während die traditionellen Klassenzimmer oft nur eine Fläche von etwa 60m2 aufweisen, benötigen die modernen Konzepte, um verschiedenste pädagogische Lernsituationen zu ermöglichen mindestens eine Raumgröße von 65m2 (AG, M. U. R. 2012). In Gebäuden mit geringeren Raumgrößen greift man häufig auf das Prinzip „Klassenraum plus“ zurück, bei dem der Unterricht auf vorgesehene Gangbereiche oder Nebenräume ausgeweitet wird (Zinner, 2020). Ein weiterer ausschlaggebender Aspekt ist die flexible Innenausstattung, deren Vorteil die unkomplizierte Umsetzung ist (AG, M. U. R. 2012). Durch den Einsatz von Rollelementen und z.B. dreieckigen Tischen lässt sich eine Frontalunterrichtssituation innerhalb weniger Minuten von den Nutzer*innen selbst zu einer Gruppenformation umwandeln. Diese Flexibilität bietet eine schnelle Anpassung an die jeweils gewünschte pädagogische Situation.
2.1.2.2 Pausenräume und Aufenthaltsräume
Die Pausen- und Aufenthaltsräume spielen in den modernen Konzepten eine immer größere Rolle. In ganztägig genutzten Schulen verschwimmen die Grenzen zwischen dem formalen Unterricht und der Erholung, weshalb die Qualität der Aufenthaltsräume zentral wird. In Folge der Umnutzung von Bestandsgebäuden wird häufig im Bereich der monofunktionalen Flure versucht, eine räumliche Aufenthaltsqualität zu schaffen z.B. in Form von Sitznischen (AG, M. U. R. 2012). Diese Räumlichkeiten übernehmen dabei die Funktion eines sozialen Herzstücks, welches als Ort für soziale Interaktionen genutzt werden kann. Um den begrenzten Flächenressourcen im Bestand gerecht zu werden, setzen viele Konzepte auf Polyfunktionalität. Somit werden Festsäle, Bibliotheken, Turnhallen und Mensen so umgebaut, dass sie in verschiedenen Funktionsszenarien nutzbar sind. Sie werden zu Veranstaltungsorten oder wohnlichen Rückzugsorten umgestaltet (AG, M. U. R. 2012). Durch die räumliche Aufteilung und eine wohnliche Einrichtung wird dazu beigetragen, dass die Schule von den Nutzer*innen nicht mehr nur als Lern- und Lehrort, sondern auch als Lebensraum wahrgenommen wird.
2.1.2.3 Bewegungsräume
Bewegungsräume sind ein wichtiger Bestandteil der schulischen Raumprogramme, da Bewegung als Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Kindern gilt. Es steigert die körperliche Gesundheit und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler*innen (Seydel, 2023). In Bestandsgebäuden versucht man die ganze architektonische Struktur zu neuen Bewegungsräumen für die Schüler*innen umzubauen und somit eine hybride Lösung im Bestand zu finden, der oft nicht auf zusammenhängende Bewegungsflächen ausgelegt ist. So werden z.B. die Erschließungszonen aktiviert. Im Klassenzimmer selbst wird durch das Mobiliar ein „dynamisches Sitzverhalten“ gefördert, das den ständigen Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen begünstigt. Spontane Bewegung ist zentral, da es das klassische „Stillsitzen“ unterbricht (Rauscher, Schwarz-Viechtbauer & Rabl, 2012). Die Schulfreiräume gewinnen auch immer mehr an Bedeutung. Die Regeneration an der frischen Luft ist für Schüler*innen im Schulalltag entscheidend, da die Außenluft wieder neuen “Freiraum im Kopf” schafft (ebd.). Das Lernen auf dem Schulhof oder Terrassenflächen wirkt sich wiederum positiv auf die Konzentration und Aufnahmefähigkeit aus.
2.2. Raumwahrnehmung
Die Wirkung von Räumen wird grundlegend von unserer Wahrnehmung mittels unserer Sinnesorgane bestimmt und deren weitere kognitive Verarbeitung in unserem Gehirn. Räume sind keine starren Gebilde, sondern bestehen aus einer lebendigen Wechselbeziehung zwischen architektonischen Strukturen, dem menschlichen Körper und unserem sozialen Handeln (Pressel & Exner, 2017). Diese Wahrnehmung ist niemals objektiv, sondern wird von der sensorischen Physiologie einer Person und ihren soziokulturellen Erfahrungen beeinflusst (Gifford, 2007). Jeder Mensch bildet in seinem Leben bestimmte Filter aus, durch die seine weitere Wahrnehmung geprägt wird. Unser Körper entscheidet innerhalb von Sekunden, ob er eine Situation als großzügig oder beengend, hell oder dunkel, sicher oder bedrohlich empfindet. Dieses Erleben hat wiederum einen direkten Einfluss auf unser Verhalten (Pressel & Exner, 2017). Die Raumwahrnehmung ist in Bildungseinrichtungen besonders wichtig, da Lernprozesse nicht nur kognitiv, sondern auch physisch, sozial und emotional gesteuert werden.
2.2.1 Definition und Abstufungen von Raumwahrnehmung
Die Raumwahrnehmung lässt sich in verschiedene Ebenen kategorisieren, die sich gegenseitig ergänzen und wechselseitig beeinflussen. So umfasst dieser komplexe Prozess der Wahrnehmung die Auslösung physischer Reize, deren kognitive Interpretation bis hin zu ihrer emotionalen Bewertung.
Sensorische Ebene (Nah- und Fernsinne):
Die Grundlage jeder Raumwahrnehmung bildet die sensorische Ebene. Der vollständige Sinneseindruck eines Menschen, was wir räumlich erleben, setzt sich aus fünf Hauptsinnen zusammen, die in Nah- und Fernsinne unterschieden werden. Die Nahsinne (Geruch, Geschmack, Berührung) stellen einen direkten Kontakt zum Objekt her, während die Fernsinne (Sehen, Hören) Informationen über Entfernungen und Orientierung in der äußeren Umgebung liefern (Pressel & Exner, 2017). Besonders die Nahsinne sind entscheidend, da sie die direkte Kontaktverbindung mit dem physischen Raum darstellen und die Architektur somit mit dem gesamten Körper erfahrbar machen.
Kognitive Ebene:
Auf der kognitiven Ebene ordnet das menschliche Gehirn die sensorischen Reize, indem es sie wie ein Buch „liest“ und mit bekannten Mustern und Funktionen verknüpft. Somit werden räumliche Atmosphären rasch als beispielsweise angenehm oder beklemmend wahrgenommen. Diese schnellen sinnlichen Verbindungen passieren vor Einschaltung des menschlichen Verstandes (Pressel & Exner, 2017).
Phänomenologische Ebene:
Die phänomenologische Ebene beschäftigt sich mit der leiblichen Erfahrung eines Raumes. Es wird zwischen dem objektiv materiellen Körper und dem subjektiv spürbaren Reiz unterschieden. Während der materielle Körper Raum einnimmt, werden vom Leib Gefühle wie z.B. Enge und Weite wahrgenommen (Hasse, 2022). Beide Dimensionen des Menschen sind eng miteinander verbunden und der architektonische Raum wird nicht mehr nur objektiv betrachtet, sondern emotional erlebt.
Atmosphärische Ebene:
Als Atmosphäre beschreibt man die gesamte Stimmung eines Raumes, die sich durch alle wahrnehmbaren Reize ergibt. Atmosphären werden als „Halbdinge“ betrachtet, die die Umgebung und das Wohlbefinden der Anwesenden prägen (Hasse, 2022). Sie lassen sich nicht genau messen, haben aber eine große Auswirkung auf die Qualität eines Raumes.
2.2.2 Raumwahrnehmung und Wohlfühlfaktor in Schulen
Die Raumwahrnehmung in Schulgebäuden ist eng mit pädagogischen, sozialen und emotionalen Vorgängen verbunden. Nutzer*innen verbringen täglich viele Stunden in Schulgebäuden, weshalb die Schule für sie nicht nur eine Lernumgebung, sondern einen sozialen Lebensraum darstellt. Die Architektur wird zur gebauten Pädagogik und physischen Hülle eines sozialen Raumes (OECD, 2011).
Der Wohlfühlfaktor in einem Raum wird durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren bestimmt. Ein zentraler Punkt ist die Identifikation und Aneignung. Wenn sich Nutzer*innen mit einem Raum identifizieren können, tritt ein hoher Wohlfühlfaktor auf. Verstärkt wird das Identitäts- und Zugehörigkeitsgefühl durch das Miteinbeziehen der Nutzer*innen in die Planung und Gestaltung eines Raumes. Das Aufhängen von persönlichen Zeichnungen und Arbeiten bestärkt die emotionale Bindung zu einem Raum (Rittelmeyer, 2012).
Des weiteren spielen die physischen Raumbedingungen wie z.B. Akustik, Beleuchtung und Farbe eine entscheidende Rolle für die Lernleistung und Psyche. Ein hoher Tageslichtanteil in schulischen Räumlichkeiten wirkt sich positiv auf die Aufmerksamkeit der Kinder aus, lindert Stress und ist somit wichtig für die biologische Uhr der Kinder (Barrett, 2015). Außerdem ist eine optimale Akustik entscheidend für die Raumwahrnehmung, um mit z.B. kurzen Nachhallzeiten eine gute Verständlichkeit und Kommunikation im Raum zu gewährleisten (Pressel & Exner, 2017).
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Regulation sozialer Distanz. Schulgebäude sind Räumlichkeiten hoher sozialer Dichte während des Schulalltags, daher sind privatere Rückzugsorte wie z.B. Nischen sehr wichtig für das kindliche Wohlbefinden. Eine Überschreitung der menschlichen Distanzgrenzen wird meist als unangenehm und einengend wahrgenommen (Hall, 1969).
Schließlich beeinflusst die atmosphärische Gesamtstimmung das Erleben des Raumes. Neben der architektonischen Struktur spielen vor allem die sozialen Interaktionen und pädagogischen Konzepte eine entscheidende Rolle für die Wahrnehmung. Bei einer funktionalen Umnutzung von Bestandsgebäuden zu Schulen wird sichtbar, dass auch ohne groß strukturell architektonische Eingriffe die Raumwahrnehmung durch neue Nutzungen, Gestaltungen und Handlungsabläufe verändert werden kann. Raum und Handlung stehen in einer engen Wechselbeziehung zueinander (Löw, 2013).
2.3 Fallbeispiel Rainergymnasium
2.3.1 Einleitung Rainergymnasium
Das im Jahr 1879 als Elisabeth-Gymnasium gegründete und im Jahr 1994 errichtete Rainergymnasium im 5. Wiener Gemeindebezirk wurde ursprünglich als zweigeschossiges Gebäude errichtet. Im Jahr 1928 folgte eine Aufstockung, und da der Bedarf an mehr Schulraum wuchs, wurde der Standort im Jahr 2021 durch das angrenzende Finanzamt in der Kriehubergasse 24–26 erweitert. Das angrenzende ehemalige Amtsgebäude aus der Gründerzeit ist in seiner tragenden Struktur ähnlich geblieben und wurde durch Wandöffnungen sowie Verglasungen zwischen Gängen und Klassenzimmer ergänzt. Im Jahr 2023 wurde das Gebäude nochmals umgebaut und ist nun auf jedem Geschoss mit dem Trakt der ursprünglichen Schule in der Rainergasse verbunden. Die Schule ist somit ein spannendes Beispiel für die Umnutzung gründerzeitlichen Bestands zu einer Schule sowie für unsere Fragestellung, wie Nutzer*innen dieses nachhaltige Bestandsschulgebäude erleben und ob dadurch pädagogisch wertvoller Raum entsteht.
2.3.2 Beschreibung der Methoden im Rahmen von Schulbesuchen
Zur Beantwortung unserer Forschungsfrage haben wir auf Basis unserer Recherche zu Raumwahrnehmung und Raumprogrammen im Rahmen von drei Schulbesuchen qualitative und quantitative Daten erhoben. Unsere Untersuchungsgruppe bestand aus zwölf Kinder einer 2. Klasse im Alter von 11 bis 12 Jahren, vier Lehrpersonen sowie der Direktorin des Rainergymnasiums.
Für den ersten Termin nutzten wir qualitative Methoden, um einen ersten Eindruck der Schulgebäude zu gewinnen und die Raumwahrnehmungen der Schüler*innen zu verstehen. Dabei verwendeten wir die Mappingmethode, die Fotodokumentation und die Methode der teilnehmenden Beobachtung. Wir begannen mit einem Workshop für die Schüler*innen, in dem wir zunächst grundlegende Begriffe zu Architektur und architektonischen Merkmalen vermittelten. Anschließend konnten die Kinder ihre Lieblingsorte, weniger beliebte Orte, warme Orte und kalte Orte in unterschiedlichen Farben auf den mitgebrachten Grundrissen der gesamten Schule verorten. Bei der anschließenden Raumbegehung fotografierten die Schüler*innen die besprochenen Räume und erläuterten, weshalb ihnen ein Raum nicht oder besonders gut gefällt und warum sie sich darin (un-)wohlfühlen.
Beim zweiten Termin wurden qualitative Eindrücke mit quantitativen Daten ergänzt, insbesondere für den Kriehubertrakt. Ein vorbereiteter Fragebogen bestand aus zwei Teilen: Im ersten Teil sollten die Schüler*innen nicht passende Eigenschaften der Räume des Bestandsschulgebäudes durchstreichen sowie konkrete vorgegebene Eigenschaften bestimmten Räumen zuordnen. Im zweiten Teil sollten drei verschiedene Raumtypen des Kriehubertrakts mit jeweils drei Wörtern beschrieben werden und mittels Mapping Wohlfühlorte, Unwohlorte und Lernorte eingezeichnet. Der letzte Teil bestand darin, dass die Kinder ihre Traumschule zeichneten. Die Daten wurden sowohl kategorisch als auch quantitativ ausgewertet.
Zum dritten Schulbesuch haben wir qualitative Daten im Rahmen eines leitfadengestützten Interviews mit Lehrpersonen und der Direktorin der Schule zum Thema pädagogisch wertvoller Raum im Kriehubertrakt im Vergleich zum Rainergassentrakt erhoben. Die Interviews wurden nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) ausgewertet.
2.3.3 Ergebnisse der teilnehmenden Beobachtung
Schon beim ersten Schulbesuch war der räumliche Unterschied zwischen den beiden Trakten deutlich wahrnehmbar. Der Trakt in der Rainergasse wirkt durch die gelb gestrichenen Gänge insgesamt hell, einladend, belebt und freundlich. Der Kriehubertrakt hingegen erscheint deutlich düsterer, kälter und weitgehend leer.
Betritt man die Schule durch den Haupteingang in der Rainergasse, gelangt man – je nach Geschoss – über einige Stufen in die Gänge des Kriehubertrakts. Auffällig sind neben der insgesamt schlechteren Belichtungssituation auch die Raumproportionen: Die abgehängte Decke im Bereich des Kriehubertrakts reduziert die Raumhöhe deutlich, während die Gänge in der Rainergasse höher wirken. Auf kognitiver Ebene wirken die Gänge der Trakte sehr gegensätzlich: der Gangbereich im Kriehubertrakt wirkt beklemmend während der Trakt in der Rainergasse angenehm wirkt.
Ein Rundgang durch die Schule während des laufenden Unterrichts zeigte, dass die neuen Nischen im Gangbereich des Kriehubertraktes von Schüler*innen intensiv genutzt werden. Obwohl wir im Vorbeigehen wahrgenommen wurden, störte unsere Anwesenheit den Unterricht kaum. Weitere Beobachtungen machten deutlich, dass besonders die Aufenthaltsräume im nordöstlichen Teil des Kriehubertrakts stark frequentiert waren – vor allem von älteren Schüler*innen und auch außerhalb der regulären Pausenzeiten. Diese Räume scheinen wertvollen Raum für Aufenthalt, Erholung und Rückzug zu bieten. Die jüngeren Schüler*innen verbrachten ihre Pausen überwiegend im Innenhof des Rainertrakts.
Bei der Begehung der Unterrichtsräume in beiden Schulgebäuden fiel besonders der Unterschied in den Raumdimensionen auf: Die Regelklassen in der Rainergasse wirken kleiner, dichter möbliert und insgesamt wärmer. Die Räume im Kriehubertrakt hingegen erscheinen großzügiger, luftiger strukturiert und auch hinsichtlich der Temperatur deutlich angenehmer.
2.3.4 Ergebnisse der Raumwahrnehmung von Schüler*innen im Bestandsgebäude erster Schulbesuch
Für unseren ersten Schulbesuch haben wir eine qualitative Workshopmethode gewählt. Ziel unseres ersten Schulbesuches war es Einblicke in die Raumwahrnehmung, so wie das persönliche Wohlbefinden der Schüler*innen in der schulischen Umgebung zu gewinnen, in der sie jeden Tag bis zu 31% ihrer Wachzeit verbringen (OECD, 2025). Mit 13 Kindern einer 2. Klasse im Alter von 11-12 Jahren haben wir einen Workshop durchgeführt. Zu Beginn haben wir ihnen, anhand einer Grafik (Abb. 1) grundlegende Begrifflichkeiten der Architektur vermittelt, wie z.B. die Bedeutung eines Grundrisses mit seiner räumlichen Orientierung. Außerdem haben wir anhand eines Tafelbildes wichtige architektonische Merkmale erklärt und somit die Wahrnehmung der Schüler*innen für Architektur in ihrer Umgebung sensibilisiert. Bereits während des theoretischen Einstiegs war großes Interesse seitens der Schüler*innen zu beobachten. Sie haben sich aktiv an unseren Fragen beteiligt und verstanden unser Anliegen in kurzer Zeit. Besonders überraschend war die schnelle selbstständige Orientierung und Verortung ihrer Unterrichtsräume im Grundriss. Die räumlichen Beziehungen wurden unmittelbar verstanden und exakt zugeordnet. Ein Schüler nannte hier als Erfahrung das Legospielen, weshalb er vereinfachte Darstellungen aus der Vogelperspektive lesen und verstehen kann.

Abbildung 1: Grafik Grundriss der beiden Trakte, Eigendarstellung
Infolgedessen konnten die Kinder in den mitgebrachten Grundrissen ihres Schulgebäudes ihre Lieblingsorte, weniger beliebte Orte, warme Orte und kalte Orte mit unterschiedlichen Farbstickern zuordnen. Auffällig war die nahezu Einstimmigkeit über den wärmsten Raum. Fast alle Schüler*innen haben das Klassenzimmer im Rainergassentrakt gewählt, welches ein verhältnismäßig kleiner, dicht möblierter Raum ist. Das Klassenzimmer wird in Gesprächen mit den Kindern als stickig, heiß und laut beschrieben (Teilnehmende Beobachtung durch Gespräche während des Workshops). Für die thermischen Aspekte kann die Zentralheizungsanlage verantwortlich sein, die den gesamten Rainergassentrakt versorgt. Die Steuerung der Heizung erlaubt nur eine vollständige Aktivierung oder Deaktivierung, dies verhindert eine individuelle Anpassung an räumliche Situationen und Nutzungsbedürfnisse. Bereits im Vorfeld unseres Workshops wurde uns diese Einschränkung der Heizungsregulierung von einer Lehrperson als problematisches Merkmal mitgegeben und durch die Verortung der Schüler*innen nochmals bestärkt. Entweder wird das Klassenzimmer als übermäßig warm empfunden, sodass die Kinder im Unterricht selbst im Winter bei geöffnetem Fenster im T-Shirt sitzen oder bei Deaktivierung wird der Raum als zu kalt wahrgenommen. Das subjektive Wohlbefinden von Nutzer*innen steht somit eindeutig im Verhältnis mit bautechnischen Gegebenheiten. In den Sommermonaten kommt es zu ähnlichen thermischen Problemen im Rainergassentrakt. Durch fehlende Verschattung neigen die Räume zu Überhitzung. Im Kriehubertrakt hingegen wurden Rollos installiert, sodass die Sonneneinstrahlung besser reguliert werden kann. Eine optimale Lösung ist dies leider nicht, da durch das Abschirmen der Räume die gewünschte Durchlässigkeit und Transparenz verloren geht.
Als kältesten Raum in der Schule wurde sich sowohl in den Sommermonaten als auch in den Wintermonaten mehrfach für den Turnsaal mit seinen hohen Decken im Erdgeschoss des Rainergassentrakts entschieden. In diesem Zusammenhang scheint es sich aber weniger um die Nutzung zu handeln, da der Turnsaal im 3. Obergeschoss mehrfach als Lieblingsort markiert wurde. Die Schüler*innen beschreiben ihn als wärmer, heller, moderner und schöner. Der Raum der Schulärztin wird in den Aussagen der Schüler*innen mit negativen Emotionen in Verbindung gebracht, weshalb die Schüler*innen nur ungern darin aufhalten. Dabei ist anzumerken, dass es bei dieser Bewertung manchen Schüler*innen Raum emotional erleben und es ihnen schwer fiel die Raumnutzung von architektonischen Raumeigenschaften zu differenzieren. Weitere Schüler*innen empfanden den Kunstsaal im 4. Obergeschoss des Rainertrakts als unattraktiv, aufgrund der langen Wegführung dorthin. Diese Wahrnehmung bezieht sich auf die kognitive Raumwahrnehmung und die architektonische Aufteilung im Gebäude.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass räumliche Eigenschaften kindliche Wahrnehmung der Räume wesentlich beeinflussen und somit eine große Rolle im Schulalltag spielen.

Abbildung 2 und 3: Mapping der Schüler*innen, Eigendarstellung

Nach dem Mapping haben wir uns in einer gemeinsamen Raumbegehung die vorher markierten Räume von den Kindern zeigen lassen und anhand einer Fotodokumentation mit analogen Kameras festgehalten. Im Zuge dessen erklärten uns die Schüler*innen, warum ihnen manche Räume besser gefallen, als andere und sie sich in ihnen besonders wohlfühlen und besser konzentrieren können. Die Fotodokumentation verdeutlicht sowohl positive als auch negative räumliche Assoziationen in beiden Schultrakten. Kritisch fällt vor allem die Raumorganisation in den kleinen Klassenzimmern im Rainergassentrakt auf, die zudem von Unordnung beeinträchtigt wird. Im Kriehubertrakt hingegen führen die abgehängten Decken zu einer geringeren Raumhöhe, was von Nutzer*innen als einengend wahrgenommen wird. Für die Niveauüberwindung von dem Rainergassentrakt in den Kriehubertrakt sind Treppen erforderlich, die wiederum als mühsam von Schüler*innen empfunden werden (Abb. 4).

Abbildung 4 und 5: Niveauausgleich und Heizung im Rainergassentrakt von, Mädchen, 12

Erneut fällt die Problematik der thermischen Situation im Rainergassentrakt auf, die durch Fotos der Heizungen (Abb. 5) von den teilnehmenden Schüler*innen selber dokumentiert wurde und sich auf das negative Wohlbefinden der Schüler*innen auswirkt. Zudem werden die dunklen Gänge im Kriehubertrakt als unheimlich und ungemütlich beschrieben, was die zentrale Rolle der Belichtung thematisiert (Abb.6).

Abbildung 6 und 7: Gang und Aufenthaltsraum im Kriehubertrak von Jungen, 12

Ebenso auffällig ist die hohe Bedeutung von Rückzugsorten. Die Schüler*innen die Bewegungs- und Aufenthaltsbereiche (Abb.7), wie den Schulhof und die Pausenzonen, als Wohlfühlorte, an denen sie gerne im Schulalltag Zeit verbringen.
Auf der anderen Seite zeigen sich auch zahlreiche positive Aspekte, die die Raumwahrnehmung und das Wohlbefinden im Schulalltag steigern. Die gelbe Wandfarbe im Rainergassentrakt hat eine einladende und freundliche Wirkung, ähnlich wie die visuellen Gestaltungselemente in Form von Plakaten. Sie lockern die starre Architektur auf (Abb. 8 und 9). Einer der wichtigsten architektonischen Merkmale ist die Belichtung und Beleuchtung, sie verbessert nicht nur die Orientierung, sondern trägt wesentlich zu einem positiven Raumerlebnis bei. Wohnliche Elemente, die mehr im Rainergassentrakt als im Kriehubertrakt vorhanden sind, lässt Kinder die Schule als Lebensraum wahrnehmen.

Abbildung 8 und 9 : Gang Rainergassentrakt von Mädchen, 12

Abschließend visualisierten die Schüler*innen verschiedene architektonische Eigenschaften zeichnerisch. Da Zeichnungen für Kinder ein geeignetes Ausdrucksmittel darstellen, um räumliche Erfahrungen und Gefühle darzustellen, nutzten sie ein Farbcoding mit vier Farben, um ihre Raumwahrnehmung differenziert festzuhalten.
Grün: Was mögt ihr in einem Raum am liebsten?
Rot: Was mögt ihr in einem Raum am wenigsten?
Lila: Welche architektonischen Merkmale fallen euch im Raum besonders positiv auf?
Blau: Was würdet ihr euch in eurem Klassenzimmer wünschen?

Abbildung 10 und 11: Zeichnung von Jungen, 12 Jahre und Zeichnung von Mädchen,11 Jahre

Die Auswertung der Zeichnungen verdeutlicht einen klaren Schwerpunkt der Kinder hinsichtlich der Wahrnehmung des Raumes, ihr Wohlbefinden und architektonische Merkmale in der Schule. Positiv markierte Darstellungen in Grün zeigen überwiegend Aspekte der Wohnlichkeit und Gemütlichkeit, wie z.B. ein Bett, ein Sofa, Parkettboden oder eine Bibliothek mit Sitzmöglichkeiten, die von vielen Kindern als Rückzugsorte wahrgenommen werden. Zu einem positiven Raumerlebnis gehören ebenso häufig soziale Interaktionen. Viele Schüler*innen zeichneten in diesem Zusammenhang ihre Freund*innen. Auffällig ist, dass in allen Zeichnungen Bewegungselemente enthalten sind, wie etwa vielfach gezeichnete Sportplätze (Abb. 10). Darüber hinaus wird eine moderne Raumausstattung, wie eine Verschattung als positives Raumerlebnis wahrgenommen.
Bei den negativ bewerteten Aspekten (rot) wurden Heizungen und Fenster im Zusammenhang mit Überhitzung dargestellt, in Blau der Wunsch nach einer Klimaanlage. Dies verdeutlicht die thermische Problematik, die die Raumwahrnehmung beeinflusst (Abb. 11).
Einige Schüler*innen zeichneten auch klassische Unterrichtselemente wie die Tafel (Abb. 10) oder Schularbeiten in Rot und thematisieren das damit verbundene unangenehme lange Stillsitzen. Jedoch ist dies weniger auf die Architektur zurückzuführen, als auf die Nutzung und Innenausstattung und verdeutlicht die negative emotionale Raumwahrnehmung.
Lila markierte positive Merkmale betreffen vor allem Erschließung und Belichtung. Fenster und Lampen zeigen die Bedeutung von Licht. Türen und Gangfenster werden im Zusammenhang mit Orientierung im Gebäude gezeichnet.
Die Wunschdarstellungen der Schüler*innen verdeutlichen eine Ausbaufähigkeit der Raumqualitäten in der gesamten Schule. Am größten ist der Wunsch nach Wohnlichkeit im Schulgebäude, welches den Kindern ein Gefühl von zuhause und Lebensraum vermittelt. Wie bereits von Seydel (2023) festgestellt, ist Bewegung eine Grundvoraussetzung für die kindliche Entwicklung. Unsere Untersuchungen bestätigen den Bedarf an Bewegungsflächen im Schulalltag: Die häufig gezeichneten Sportflächen verdeutlichen die wichtige Rolle von Raum für Bewegung und die Möglichkeit zum körperlichen Ausgleich. Sie sollten leicht zu erreichen in unmittelbarer Nähe sein. Ein weiterer Wunsch ist eine angenehme und konstante Raumtemperatur, die wiederum die Konzentrationsfähigkeit steigert.
Insgesamt wird aus unserem ersten Schulbesuch klar sichtbar, dass die architektonische Struktur und ihre Raumgestaltung im engen Zusammenhang mit der Raumwahrnehmung, dem kindlichen Wohlbefinden und damit der Lernmotivation steht. Die Zeichnungen zeigen, wie wichtig die flexible Anpassungsfähigkeit an die individuellen Bedürfnisse und Nutzungssituationen im Schulalltag ist.
2.3.5 Ergebnisse der Raumwahrnehmung von Schüler*innen im Bestandsgebäude zweiter Schulbesuch
Ausgehend vom ersten Schulbesuch, wollten wir im zweiten Schulbesuch insbesondere mehr qualitative Daten über den Kriehubertrakt, der zu einer Schule umgebaut worden ist, erheben, die unseren ersten Eindrücken darüber, wie Schüler*innen ihre eigene Schule wahrnehmen, durch quantitative Zahlen zu unterstreichen. Basierend auf Rittelmeyer (1994) und Hamberger (2011) haben wir für den zweiten Schulbesuch insgesamt fünf Fragen vorbereitet, die einen quantitativen und einen qualitativen Teil enthalten. Der Fragebogen wurde in derselben 2. Klasse wie beim ersten Besuch von 13 Kindern im Alter von 11 bis 12 Jahren ausgefüllt.
Der Fragebogen besteht aus fünf Fragen:



Abbildung 12: Fragebogen vom zweiten Schulbesuch
Die erste Frage des Fragebogens umfasst allgemeine Raumeigenschaften des Kriehubertrakts. Die folgende Tabelle zeigt, wie häufig die einzelnen Eigenschaften von Schüler*innen ausgewählt wurden, getrennt nach Mädchen (M) und Buben (B).

Tabelle 1 (Abb. 13): Auswertung Frage 1
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Mädchen als auch Buben den Kriehubertrakt überwiegend als kalt, dunkel, laut, langweilig und groß wahrnehmen. Auffällig ist jedoch, dass eine Mehrheit der Kinder den Trakt gleichzeitig als freundlich bewertet hat, was darauf hindeutet, dass trotz der überwiegend negativen Raumeindrücke bestimmte positive Aspekte, wie etwa das soziale Umfeld, die Räume angenehmer machen.
Frage zwei untersucht die Wahrnehmung der einzelnen Klassenzimmer, Pausenraum und Speisesaal. Die Häufigkeit der genannten Eigenschaften sind in Tabelle 2 dargestellt.

Tabelle 2 (Abb. 14): Auswertung Frage 2
Die Auswertung zeigt, dass Schüler*innen das Klassenzimmer überwiegend als groß wahrnehmen. Auffällig ist, dass kaputte oder dünne Fenster mehrfach als Attribut genannt wurden, was auf negative Aspekte der Raumqualität hinweist. Der Pausenraum wird von Schüler*innen vor allem als warm beschrieben, und gleichzeitig werden gegensätzliche Eigenschaften wie dunkel/hell, leise/laut und ungemütlich/freundlich genannt. Der Speisesaal wird ebenfalls als laut und voll beschrieben. Gleichzeitig wird er hinsichtlich des Geruchs ebenfalls ambivalent bewertet: einige Kinder beschreiben ihn als gut riechend oder schmackhaft andere als unangenehm oder ekelig.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass bestimmte räumliche Eigenschaften und Mängel wie Fenster oder Lautstärke die Wahrnehmung der Räume eindeutig negativ beeinflussen und Nahsinne wie Geruch oder Licht subjektiver beurteilt werden.
Frage drei charakterisiert die einzelnen Räume des Kriehubertrakts nochmal detaillierter. Die Ergebnisse für alle 13 Kinder sind in Tabelle 3 in Prozentangaben dargestellt.

Tabelle 3 (Abb. 15): Auswertung Frage 3
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Speisesaal von den meisten Schüler*innen als hell und „lachend“ erlebt wird und überdurchschnittlich gern besucht wird. Das Klassenzimmer wird überwiegend als freundlich empfunden, gleichzeitig aber im Sommer als heiß wahrgenommen. Der Raum der Schulärztin wird dagegen mit schlechter Laune assoziiert, und die Schüler*innen gehen dort nur ungern hin. Auffällig ist zudem, dass die NaWi-Räume (Naturwissenschaftlichen Räume) besonders häufig als Räume, die müde machen, beschrieben werden.
Frage vier forderte die Schüler*innen dazu auf, auf einem Plan zu markieren, wo sie sich besonders wohl oder unwohl fühlen, wo es hell oder dunkel ist und wo sie besonders gut lernen können. Die Auswertung zeigt, dass fünf Schüler*innen den Speisesaal und acht das Klassenzimmer als Orte des besonderen Wohlbefindens markiert haben. Dagegen gaben neun Schüler*innen an, sich im Raum der Schulärztin besonders unwohl zu fühlen; sechs davon vermerkten zusätzlich, dass dieser Raum besonders dunkel sei. Insgesamt wurde bei sieben Schüler*innen der Gangbereich als dunkel markiert. Bezüglich heller Räume gaben zwei Schüler*innen den Speisesaal, drei den Musiksaal und vier das Klassenzimmer als besonders hell an. Interessanterweise wurde der Ort, an dem die Schüler*innen am besten lernen können (durch einen Stern markiert), niemals in den als dunkel markierten Bereichen eingezeichnet, sondern ausschließlich in hellen oder als Wohlfühlorte wahrgenommenen Bereichen (orange und gelb).

Abbildung 16: Antwort auf Frage vier von Mädchen, 11 Jahre
Dies bestätigt die Beobachtungen und Aussagen vom ersten Schulbesuch und verdeutlicht, dass manche Schüler*innen Räume sowohl nutzungsspezifisch als auch emotional erleben, und dabei auch das atmosphärische Raumerleben einen Einfluss auf die Wahrnehmung positiver Lernorte hat.

Abbildung 17: Fußballakademie von Junge, 11 Jahre und "Jeden Tag 2 Stunden Fölkerball" von Mädchen, 11 Jahre

Frage fünf forderte die Schüler*innen abschließend dazu auf, ihre Traumschule zu zeichnen. Auffällig ist, dass in allen 13 Zeichnungen Elemente für Sport und Bewegung enthalten sind, sei es in Form von Schwimmbädern, Fußballplätzen, Rutschen, Sporthallen oder Völkerballfeldern. Auch hier bestätigen unsere Daten, wie groß der Wunsch nach Bewegung für die Kinder ist und diese auch die körperliche Gesundheit und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler*innen steigert (Seydel, 2023). Darüber hinaus wurde insgesamt viermal ein Kino dargestellt. In fünf Zeichnungen zeigt sich, ähnlich wie beim ersten Schulbesuch, der Wunsch nach Wohnlichkeit oder „Chillräumen“. Der Bedarf nach Rückzugsorten wird zusätzlich durch explizite Hinweise in den Zeichnungen sichtbar, etwa durch Beschriftungen wie „No teacher“, „nur Mädchen-Raum“ oder „Jungs-Tabu-Zone“. Wohnliche Rückzugsorte sind demnach nicht nur theoretisch sinnvoll (AG, M. U. R., 2012), sondern ihr Bedarf wird auch bei unseren Schulbesuchen deutlich.
Die Auswertung der fünf Fragen zeigt, dass die Schüler*innen den Kriehubertrakt insgesamt als eher dunkel, kalt, laut und abweisend beschreiben, helle, großzügige und freundliche Räume, wie das Klassenzimmer oder den Speisesaal, jedoch besonders positiv wahrnehmen. Dunkle und ungemütliche Räume werden zwar nicht unbedingt gemieden, aber Bereiche wie der Pausengang oder der Raum der Schulärztin durchaus negativ bewertet. Auffällig ist auch, dass technische Mängel wie kaputte Fenster die Wahrnehmung der Raumqualität deutlich beeinflussen. Rückzugsbereiche und Wohlfühlorte spielen eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden und die Lernmotivation, wie sich auch in den bevorzugten Lernorten der Schüler*innen widerspiegelt. Die Traumschulen-Zeichnungen verdeutlichen zusätzlich den hohen Stellenwert von Bewegung, Spiel und persönlichen Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder, wo das Rainergymnaisum bisher eher wenig Angebot für Bewegungsmöglichkeiten bietet. Insgesamt machen die Daten deutlich, dass architektonische Raumgestaltung, Licht, Akustik, Temperatur und funktionale Ausstattung entscheidend für die kindliche Raumwahrnehmung und positive Lernorte sind.
2.3.6 Ergebnisse der Interviews von Lehrpersonen
Im dritten Schulbesuch wurde die Perspektive der Lehrpersonen am Rainergymnasium untersucht. Dazu haben wir ein leitfadengestütztes Interview mit insgesamt zehn Fragen entwickelt, das ca. 15 Minuten dauerte. Ziel war es, im Gegensatz zur Schüler*innenperpsektive, qualitative Daten zum Nutzer*innenerleben der pädagogischen Fachkräfte in Bezug auf das Raumerleben und Nutzung der beiden Schultrakte zu erheben.
Die Fragen des Interviews waren in fünf Teile wie folgt aufgebaut:
Teil 1 : Allgemeines Nutzererleben im Rainergymnasium
Frage 1: Wo lässt es sich im Rainergymnasium besonders gut unterrichten?
Frage 2: Welche Räume funktionieren für Sie weniger gut? Welche Gründe sehen Sie dafür?
Teil 2: Nutzererleben im Kriehubertrakt
Frage 3: Wo lässt es sich im Kriehubertrakt besonders gut unterrichten?
Frage 4: Wie erleben Sie die Räume im Kriehubertrakt insgesamt?
Frage 5: Welche Räume funktionieren besonders gut bzw. weniger gut? Warum?
Frage 6: Welche räumlichen Vor- und Nachteile hat der Kriehubertrakt?
Teil 3 : Transformation und Typologie der Schule
Frage 7: Wann wurde das Rainergymnasium typologisch umgebaut, und wie erleben Sie die Umnutzung des ehemaligen Finanzgebäudes im Schulalltag?
Teil 4: Pädagogisches Potenzial und Nutzung
Frage 8: Gab es Ihrer Wahrnehmung nach beim Umbau ein pädagogisches oder räumliches Konzept?
Frage 9: Erleben Sie das Zusammenspiel der beiden Trakte – des historischen Schultrakts und des Kriehubertrakts – als räumlichen Mehrwert?
Frage 10: Welche pädagogischen Konzepte könnten Ihrer Meinung nach im Kriehubertrakt räumlich besonders gut umgesetzt werden?
Teil 5: Übergreifende Bewertungen & Reflexion, Ergänzung
Frage 11: Haben sie noch irgendwelche Ergänzungen oder spezifische Wünsche, die sie gerne äußern würden?
Insgesamt wurden fünf Interviews durchgeführt: vier mit Lehrpersonen aus den Fächern Mathematik, Kunst, Englisch, Geschichte und Musik sowie eines mit der Direktorin des Rainergymnasiums. Die Interviews wurden transkribiert und für die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2016) systematisch ausgewertet.
Teil 1: Allgemeines Nutzererleben im Rainergymnasium
Die Lehrpersonen beschrieben den Rainertrakt überwiegend positiv in Bezug auf seine Atmosphäre. Er wurde als „netter und insgesamt freundlicher“ (Interview 2), „gemütlicher“ (Interview 3) sowie als „freundlicher durch die gelbliche Farbgestaltung“ (Interview 2) wahrgenommen. Des weiteren wurden historische Elemente als Ausdruck von „mehr Geschichte“ genannt (Interview 4). Gleichzeitig wurde die Nutzung der Räume im Rainertrakt durch eine angrenzende Baustelle als suboptimal beschrieben. Diese führt nicht nur zu langen Wegen innerhalb des Gebäudes, sondern auch zu einer ungünstigen Verteilung und Belegung der Klassenzimmer. Infolgedessen befinden sich in dem kleineren Klassenzimmer im Rainertrakt mehr Schüler*innen als in den größeren Klassenzimmern im Kriehubertrakt. Mehrere Lehrpersonen berichteten, dass die Schüler*innen dort „wirklich gedrängt aneinander“ sitzen (Interview 4). Klassenzimmer, die für maximal 25 Schüler*innen konzipiert sind, werden tatsächlich von Klassen mit 28 Kindern genutzt. In allen vier Interviews wurden die Klassenzimmer im Rainertrakt kritisch bewertet. Sie gelten als „eng“ (Interview 1; Interview 2), „oft zu klein“ (Interview 4) und „ohne Verdunkelungsjalousien“ (Interview 3). Weitere Einschränkungen betreffen die engen und steilen Treppen sowie das Raumklima. Wie schon von Schüler*innen im ersten Schulbesuch berichtet, sind die Temperatur im Sommer besonders hoch („unaushaltbar heiß“, Interview 4). Die Enge, Hitze und eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten werden von einer Lehrperson als insgesamt „belastend“ beschrieben (Interview 5).
Teil 2: Nutzererleben im Kriehubertrakt
Im Kriehubertrakt hingegen wurden von allen Interviewpartnerinnen insbesondere die Gänge kritisch thematisiert. Diese werden als „dunkel“, „düster“, „hallig“ (Interview 1), „unpersönlich“ (Interview 3) und „nicht ästhetisch“ (Interview 2) wahrgenommen. In den Pausen seien sie zudem „sehr laut und voll“ (Interview 2). Die räumliche Atmosphäre des Trakts wird insgesamt als wenig einladend beschrieben, etwa als „grau, monoton und mit wenig Farben“ (Interview 5). Eine Lehrperson weist zudem auf eine noch fehlende Schulidentität hin, da sich der Trakt „gerade erst noch im Entstehen“ befinde (Interview 4). Trotz dieser Kritik werden die Klassenzimmer im Kriehubertrakt im Vergleich zum Rainertrakt deutlich positiver bewertet. Sie gelten als funktional, ausreichend groß, technisch gut ausgestattet („Whiteboards und Beamer“ Interview 5) und verdunkelbar, was als förderlich für zeitgemäßen Unterricht beschrieben wird (Interview 2; Interview 5). Zudem wird betont, dass insbesondere Gruppenarbeit von größeren Räumen profitiert (Interview 1). Da bietet der Mehrzweckbereich im Kriehubertrakt flexible Lernzonen ohne permanente Aufsicht, wobei dieser bislang vor allem für den Unterricht nur selten genutzt wird (Interview 5). Zudem fehlt aus Sicht der Lehrpersonen trotz der Mehrzweckflächen, ein klar definierter zentraler Treffpunkt im Kriehubertrakt (Interview 1).
Die im Zuge der Umnutzung eingebauten Gangfenster sollen zur Belichtung der Gänge beitragen. Die Schulleiterin bewertet diese Maßnahme grundsätzlich positiv: „Grandios … auch vom Sicherheitsaspekt her, aber die Kinder sind auch abgelenkt“ (Interview 2). Die ambivalente Wirkung der Gangfenster zeigte sich auch bei unserem ersten Schulbesuch: Beim Durchgehen der dunklen Gänge im Kriehubertrakt erklärte ein Lehrer, dass die meisten Schüler*innen durch die Fenster grundsätzlich nicht abgelenkt würden, die Gangfenster jedoch seit dem Amoklauf in Graz aus Sicherheitsgründen stark diskutiert werden. Der Ansatz der Crime Prevention Through Environmental Design (CPTED) verdeutlicht, dass die Gestaltung von Räumen mit der Möglichkeit zur natürlichen Überwachung wie etwa durch Sichtachsen oder Fenster die Wahrnehmung von Sicherheit erhöhen kann (Crowe, 2013, S. 198).
Teil 3 : Transformation und Typologie der Schule
Vier der befragten Lehrpersonen nehmen wahr, dass der Kriehubertrakt ursprünglich nicht als Schulbau konzipiert war. Das Zusammenspiel der beiden Trakte wird unterschiedlich bewertet: Einige sehen darin keinen störenden Faktor, andere bemerken die Unterschiede der Gebäude: „Die Trakte gehören sich nicht ganz zusammen“ (Interview 1). Der Kriehubertrakt wird als „simpel“ und „nichts Besonderes“ wahrgenommen (Interview 4), wobei die Direktorin erklärt, dass eine ästhetische Umgestaltung der Gänge im Kriehubertrakt aus finanziellen Gründen aktuell nicht realisierbar ist.
Teil 4: Pädagogisches Potenzial und Nutzung
Alle Befragten erkennen ein pädagogisches Potenzial durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Raumgrößen für flexible Sitzordnungen und Lernzonen, besonders im Hinblick auf Gruppenarbeit. Diese Potenziale werden jedoch nur eingeschränkt genutzt. Zwar ist ein Raumtausch je nach Unterrichtsform möglich (Interview 4), jedoch schränken bestehende Lerngewohnheiten, Stundenpläne, Klassengrößen und Betreuungsschlüssel die Umsetzung stärker individualisierter oder offener Lernformen ein (Interviews 2, 3). Außerdem gaben zwei Lehrpersonen an, keinen eindeutigen Lieblingsraum zu haben, da „der Unterricht grundsätzlich in vielen Räumen ausreichend funktioniert“ (Interview 4).
Teil 5: Übergreifende Bewertungen & Reflexion, Ergänzung
Häufig genannte Verbesserungswünsche betreffen bessere Lichtverhältnisse (4 von 5 Interviews), größere Räume (4 von 5 Interviews) sowie angenehmere Atmosphäre durch Farbe, Pflanzen oder Gestaltung (3 von 5 Interviews). Zudem wurden eine optimierte Nutzung offener Flächen für Gruppenarbeit sowie verbesserte vertikale Verbindungen zur Erhöhung der Sicherheit und Verkürzung der Wege angeregt. Mehrere Befragte betonen, dass pädagogische Konzepte nicht allein durch Architektur bestimmt werden können. Raum allein ist nicht maßgebend für guten Unterricht; „das Verhältnis von Lehrperson zu Schüler […] ist ausschlaggebender“ (Interview 5).
Zusammenfassend zeigen die Interviews mit den Lehrpersonen, dass räumliche Aspekte von allen Befragten als relevant wahrgenommen werden, jedoch nicht als allein entscheidend für die Qualität des Unterrichts gelten. Insbesondere die Atmosphäre und Integration des Kriehuber-trakts werden als ausbaufähig eingeschätzt, wobei dazu finanzielle Mittel fehlen. Es zeigt sich eine Diskrepanz zwischen räumlichem Potenzial und tatsächlicher Nutzung, z. B. durch Baustellen oder ungenutzte Mehrzweckflächen. Die Lehrpersonen führen die Qualität des Unterrichts eher auf organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen als auf bauliche Gegebenheiten zurück.
Am Beispiel des Rainergymnasiums im 5. Bezirk haben wir im Rahmen von drei Schulbesuchen untersucht, wie Nutzer*innen Schulräume in einem funktional transformierten Bestandsgebäude wahrnehmen.
Die Workshops mit den Schüler*innen zeigten, dass verschiedene Schulräume und architektonische Strukturen in den beiden Gebäudetrakten unterschiedlich wahrgenommen werden. Die Raumwahrnehmung und das Raumklima beeinflusst den Wohlfühlfaktor und damit die Bedingungen für optimale Lernräume. Darüber hinaus spielen subjektive Faktoren wie Gerüche, Licht oder personenbezogene Raumwahrnehmungen eine Rolle. Aus Sicht der Kinder besteht ein klarer Wunsch nach einer Verbesserung der räumlichen Qualität hinsichtlich Wohnlichkeit, Bewegungsmöglichkeiten und Spielflächen. Einen eindeutigen Favoriten der beiden Trakte in Bezug auf pädagogisch wertvolle Räume gibt es jedoch nicht.
Aus der Perspektive der Lehrkräfte haben positive Lernräume vor allem eine geeignete technische Ausstattung, gutes Licht und ein angenehmes Raumklima. Eine verbesserungsfähige Raumatmosphäre im umgebauten Kriehubertrakt wurde in den Interviews zwar oft betont, spielt für die pädagogische Qualität des Unterrichts jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Architektur ist somit nicht allein verantwortlich für „gute“ oder „schlechte“ Unterrichtsräume, kann aber unterstützend wirken.
Außerdem fällt auf, dass die Wahrnehmung der Lehrkräfte von der der Schüler*innen abweicht. Bedürfnisse der Kinder, wie Spielräume und Wohnlichkeit, haben für die befragten Lehrkräfte eine geringere Relevanz im Unterricht. Dies unterstreicht die These der gesellschaftlichen Isolation von Heranwachsenden. Zudem wird deutlich, dass neue pädagogische Konzepte in bestehenden Strukturen nur schwer umzusetzen sind (Zinner, 2020). Im Kriehubertrakt besteht Potenzial für Gemeinschaftsflächen und ein Zusammenspiel unterschiedlicher Raumqualitäten für verschiedene Unterrichtsformen. Vorschriften zum Brandschutz, eine temporäre Baustelle und ein eingefahrenes Schulsystem mit Lehrkräften, die keine Veränderungen forcieren, nutzen dieses Potenzial derzeit jedoch nur begrenzt. Die strukturellen Hürden sowie große Unterschiede in technischer Ausstattung und Raumklima verhindern eine optimale Nutzung des Raumensembles und schränken das vorhandene Potenzial ein.
Insgesamt zeigen unsere Untersuchungen, dass die Transformation Bestand zu Schulräumen trotz der bestehenden Hürden sinnvoll ist, insbesondere vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums in Wien und des steigenden Bedarfs an zusätzlichem Schulraum. Bestehende Strukturen bieten dabei großes Potenzial, moderne pädagogische Raumkonzepte zu integrieren und Schulen mit spannenden, nicht standardisierten Raumproportionen zu schaffen. Auf diese Weise entstehen Räume, die kreatives Lernen und innovative Nutzungsmöglichkeiten fördern und einen lebendigen, flexiblen Schulalltag ermöglichen.
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Zinner, M. (2020): Annähernd clustern, Linz.
Abbildung 1: Grafik Grundriss der beiden Trakte
Abbildung 2 und 3: Mapping der Schüler*innnen
Abbildung 4 und 5: Niveauausgleich und Heizung im Rainergassentrakt von, Mädchen, 12
Abbildung 6 und 7: Gang und Aufenthaltsraum im Kriehubertrak von Jungen, 12
Abbildung 8 und 9 : Gang Rainergassentrakt von Mädchen, 12
Abbildung 10 und 11: Zeichnung von Jungen, 12 Jahre und Zeichnung von Mädchen,11 Jahre
Abbildung 12: Fragebogen vom zweiten Schulbesuch
Tabelle 1 (Abb. 13): Auswertung Frage 1
Tabelle 2 (Abb. 14): Auswertung Frage 2
Tabelle 3 (Abb. 15): Auswertung Frage 3
Abbildung 16: Antwort auf Frage vier von Mädchen, 11 Jahre
Abbildung 17: Fußballakademie von Bube, 11 Jahre und "Jeden Tag 2 Stunden Fölkerball" von Mädchen, 11 Jahre
Interview 1:
Person 1: Wir sind von der TU Wien und forschen zum Raum und Raumwahrnehmung in den unterschiedlichen Gebäuden. Es gibt ja den Rainertrakt und den Kriehubertrakt. Und wir interessieren uns mit unserer Forschungsfrage vor allem für den Kriehubertrakt, weil das ursprünglich von der Nutzung her ein Finanzzentrum war. Und wir forschen, wie die Raumwahrnehmung auch im pädagogischen Sinne wirkt und ob das für Lehrpersonen einen Unterschied macht, in welchen Räumen sie unterrichten. Und deswegen die erste Frage: Wo lässt es sich allgemein auf das gesamte Schulgebäude gesehen am besten für dich unterrichten? Also wo sagst du, in welchen Raum unterrichtest du gerne und wieso?
Person 2: Hm. (...) Also ich würde sagen, es ist der Musiksaal im Rainertrakt. Aber ich glaube, es ist ein bisschen der Situation gegeben, weil der Raum dort sich gut eignet fürs Musizieren und für die Klasse. Sonst in Klassenräumen ist es mir eigentlich eher wurscht. Es gibt aber ein paar Gegebenheiten, wo ich sage da unterrichte ich nicht gern, wenn der Raum sehr klein ist oder viel hallt, also Akustik. Oder er ist generell sehr eng, wo dann einfach kein Platz für Schüler ist. Das ist mir aber hauptsächlich im Rainertrakt aufgefallen, dass es eng ist.
Person 1: Würdest du sagen, dass es grundsätzlich dann angenehmer ist in größer geschnitten im Klassenzimmer zu unterrichten? Und wieso braucht man mehr Platz?
Person 2: Ähm eher, dass es angenehmer ist wenn er größer ist weil anders steht man vorne und kann gar nicht durchgehen. Also wenn die Klassen größer geschnitten sind, dann kann man sich selber frei bewegen und in verschiedenen Positionen unterrichten. Und man kann die Sitzordnung der Schülerinnen flexibel gestalten und so kann man insgesamt teilweise mehr Ruhe reinbringen, als wie wenn alle so eing beeinander sitzen.
Person 1: Machst du in deinem Unterricht auch so Gruppenarbeiten?
Person 2: Ja manchmal. Meistens in Musik
Person 1: Und dann eignet sich die Größe des Klassenzimmers auch dafür? Und spielt die Proportionen des Klassenzimmers eine Rolle?
Person 2: Hm, irgendwie schon, aber ich wüsste jetzt nicht, was mir lieber ist. Also tendenziell. Na, ich weiß nicht, aber grundsätzlich eher groß und eher lang als breit.
Person 1: Okay, und wenn wir uns gedanklich in den Kriehubertrakt bewegen würden, wie würdest du da das allgemeine Raumerleben da beschreiben? Also gibt es da drei Wörter, die dir dazu einfallen? Weil es ist ja relativ anders als im Rainertrakt. 3.30
Person 2: Also ich würde sagen es wirkt dort sehr großzügig in dem Sinne, dass es einfach zwei bzw. drei verschiedene Gänge gibt, die um die Ecke gehen. Das ist hier (im Rainertrakt) nicht der Fall. Also du hast einen besseren Überblick, weil dort hast du den Längsgang und die beiden Quergänge. Da gibt es drei Gänge, wo man gleichzeitig sein kann und was es großzügiger macht. Die Gänge sind meiner Meinung nach zu dunkel. Ich finde, man fühlt sich durchgehend im Kriehubertrakt nicht sehr wohl, weil es einfach dunkel ist und wirr irgendwie. Aber die Klassenzimmer finde ich grundsätzlich sehr angenehm.
Person 1: Gibt es dann da Räume, die neben den Gängen besonders schlecht funktionieren? Wenn du sagst Klassenzimmer funktionieren ja eigentlich ganz gut.
Person 2: Na, das wüsste ich jetzt nicht.
Person 1: Spürt man die Vorgeschichte des Finanzzentrums deiner Meinung nach im Kriehubertrakt?
Person 2: Nein eigentlich nicht.
Person 1: Aber man spürt, dass es ein anderes Gebäude ursprünglich war, weil es von der Raumstruktur her was anderes bietet?
Person 2: Ja, wahrscheinlich, weil es (das Gebäude) irgendwie noch nicht ganz etabliert ist, auch von der Wandgestaltung. Jetzt haben sie versucht, dass sie ein bisschen was machen. Da drüben (im Rainertrakt) siehst du ja die Vitrinen (…) keine so komische Gangstruktur.
Person 1: Glaubst du, dass es eine insgesamt positive Eigenschaft ist, dass diese Schule in zwei unterschiedliche Raumarten für Klassenzimmer bietet? Also dass man quasi ein Spektrum an unterschiedlichen Räumen hat, die man bespielen kann.
Person 2: Ich glaube, es ist irgendwie wurscht. Aber ich glaube wenn es einen Unterschied macht, dann nicht positiv ist. Also zumindest für mich persönlich, glaube ich, würde es eher positiv sein, wenn es eine Struktur hat, also ein Gebäude.
Person 1: Also für dich wäre es besser, wenn alles von vornherein als eine Schule geplant worden ist und jede Schule läuft gleich. Wieso? (…)
Person 2: Vom optischen her. Also mich stören irgendwie die beiden Stile, also diese beiden Takte gehören nicht ganz zusammen.
Person 1: Gibt es bei euch Lehrerinnen, die dann nur in dem einen oder dem anderen Trakt unterrichten?
Person 2: Vielleicht, Aber dann ist es Zufall. Ich glaube, es ist Zufall. Und ich glaube, es sind auch nicht immer alle Klassen gleich positioniert.
Person 1: Uns wurde gesagt, dass im Moment wegen der Baustelle auf der Seite im Kriehubertrakt besondere Brandschutzbestimmungen gelten. Das bedeutet, dass die großen Klassen in den kleineren Klassenzimmern hier im Rainertrakt sitzen und besonders voll sind.
Person 2: Ja, aber ich glaube das ist nur wegen der Baustelle.
Person 1: Würde ja eigentlich Sinn machen, man nutzt die Variabilität an den Raumproportionen und das Spektrum an unterschiedlichen Räumen für unterschiedliche pädagogische Konzepte oder Ansätze oder was.
Person 2: Ja, das ist, glaube ich aber grundsätzlich der Plan. Aber das geht eben grad nicht.
Person 1: Also letzte Frage: Glaubst du, dieses Konzept Gangschule ist das einzige funktionierende räumliche Konzept für Schulen? Oder gibt es da vielleicht auch noch andere Möglichkeiten, die du dir vorstellen kannst?
Person 2: Du meinst, dass man jetzt die klassische Struktur Gang und Klassenzimmer aneinandergereiht. (...) Ich glaube schon, dass es andere Möglichkeiten gibt. Aber ich glaube, den muss man auch anders unterrichten. Also jeder von uns muss dann irgendwie anders unterrichten.
Person 1: Denkst du dann, dass das Schulsystem eigentlich ausgerichtet ist auf so ein typisches Gangschulkonzept.
Person 2: Ja das stimmt. Also ich weiß von einer Schule, die haben das irgendwie anders aber die unterrichten dann auch ganz, ganz anders in ihrem Stil. Da ist es viel familiärer und man trifft sich in Lerngruppen mit der Lehrperson. Aber das ist nicht die typische Regelschule.
Person 1: Okay, gibt es da einen Namen für das pädagogische Konzept?
Person 2: Müsste, haha
Person 1: Weil das, was ich kenne, ist eher so dieses klassische und es gibt schon einige Schulen mit offenen Lernkonzepten, mit Räumen, wo sich Schülerinnen selber die Tische zusammenstellen können, es gibt ganze Clusterschulen, wo es dann einen Marktplatz gibt, wo Schülerinnen zusammenkommen oder halt wirklich so stationsmäßig lernen, sich genau das aussuchen können, was sie wollen. Glaubst du, sowas würde hier funktionieren, wenn man das jetzt von einem auf den anderen Tag umstellen würde?
Person 2: Wenn man das jetzt von einen auf den anderen Tag hier an dieser Schule umstellen würde, dann nicht.
Person 1: Also das braucht Transformationszeit und irgendwie eine Einführung?
Person 2: Ja, weil das Lernen jetzt schon in diese Richtung, in die klassische Richtung sozusagen angelernt wurde.
Person 1: Gibt's noch was, was du diesbezüglich ergänzen willst? Was würdest du dir wünschen?
Person 2: Ich glaube, man könnte es besser nutzen, weil die Raumanordnung grundsätzlich ist ja nicht schlecht. Und es gibt da vorne zum Beispiel, da vor dem Musik-raum einen relativ großen Raum, wo jetzt nichts drin ist, außer ein paar wenige Tische und Spinde. Einen Aufenthaltsraum. Das könnte man eigentlich viel besser noch nutzen, für so freie Lernräume oder irgendwie um die Klassen offener zu gestalten. Und das die Klasseneinteilung besser strukturiert ist. Weil jetzt ist teilweise so, dass die vierte Klassen neben der ersten Klasse ist und das passt finde ich von der Logik her nicht ganz zusammen.
Person 1: Wer ist verantwortlich für Verteilung der Klassen? Die Direktion?
Person 2: Ich glaube, das hängt hauptsächlich mit dem Stundenplan und mit Klassengrößen, als mit den Strukturen.
Person 1: Also da hat die Lehrperson keinen Einfluss drauf, wo die Klasse ist?
Person 2: Nein
Person 1: Und das ändert sich ja eh jedes Schuljahr wahrscheinlich?
Person 2: Ja (…) Und ja wie es halt aufgeteilt ist mit der Logistik von wer hat wo seinen Spind. Also jeder Schüler seinen eigenen Spind. Und die wechseln auch jedes Jahr und manchmal passt es nicht ganz zusammen. Also manchmal hat man die Klass da und da seinen Spind. Das passt von der Logistik her nicht ganz. (…) Das bringt dann aber auch ein bisschen Unruhe in das Schülerleben. Weil die dann so weite Wege zu absolvieren haben.
Person 1:.Also du meinst damit, dass die Schule relativ weitläufig ist, mit vielen Gängen, und dass man viele Wege gehen kann, wenn man will.
Person 2: Also das vereinfacht es jetzt für uns nicht. Und für die Schüler auch nicht.
Person 1: Und es gibt ja auch keine sonstigen vertikalen Beziehungen, es gibt ja keine große Aula oder einen Luftraum.
Person 2: Ja, am ehesten noch hier [zeigt zum Rainertrakt]. Dort drüben merkt man schon, dass dort im Kriehubertrakt die Aula fehlt. Dass Gangstruktur einfach ein bisschen eng wirkt. Es gibt eben keinen Treffpunkt. Das ist irgendwie der Gang und nochmal einen Gang. Aber sonst halt nichts. Ich weiß nicht, hier [im Rainertrakt] glaubt man, es ist nichts, aber es gibt irgendwie durch dieses kreisrunde Stiegenhaus ein bisschen prominentere und größere Flächen, wo man aufeinandertreffen kann.
Interview 2:
Person 1: Also, wir sind genau von der TU und schreiben unsere Seminararbeit zum Thema Schulbau, im Klimawandel und in unserer Thematik geht es vor allem um die Umnutzung von Schulgebäuden, die früher eine andere Funktion hatten, wie hier im Kriehubertrakt, was ja früher ein Finanzamt war. Und wie das sozusagen in der räumlichen Wahrnehmung spürbar ist und ob es da Unterschiede gibt zum Rainertrakt. Und genau da hatten wir ein paar Fragen vorbereitet.
Person 2: Wenn man jetzt die gesamte Schule anschaut, wo würden Sie sagen was, wo lässt sich das am besten unterrichten? Also gibt es da so einen Raum, wo Sie sagen das ist voll super, da wurde alles richtig gemacht. Da lässt sich richtig gut unterrichten.
Person 3: (...) Aus meiner Unterrichtserfahrung, weil ich unterrichte Mathematik. Ich unterrichte lieber im Kriehubergassentrakt, weil dort die elektrische Ausstattung besser ist. Bessere Beamer, Computer funktionieren, die Räume sind größer und heller, sie sind manchmal auch kälter. Und was nicht so schön ist, ist der Weg in die Klasse, weil die Gänge sehr abgenutzt sind, mehr als im Rainertrakt.
Person 2: Wenn wir uns gleich gedanklich in den Kriehubertrakt bewegen, wie würden Sie da das allgemeine Raumerleben beschreiben?
Person 3: Im Gang? Ich kann Ihnen nur sagen, was mir auffällt, wenn ich durch die Gänge gehe. Ich muss jedes Mal das Licht aufdrehen, wenn ich durchgehe, damit die Schüler es dort hell haben. Ich nehme aber auch wahr, dass die Schüler am anderen Ende das Licht wieder abdrehen. Das ist nämlich ein gemeinsames Licht ist. Und ich bin mir nicht sicher auch meiner Erfahrung nach von der Helligkeit her. Es wirkt einladender, wenn es hell ist. In der Klasse selbst nehme ich oft wahr, dass es die Schüler auch durchaus gern dunkler haben, weil es ruhiger wirkt auf sie.
Person 2: Also im Klassenraum?
Person 3: Genau. Wenn es dort [im Klassenraum] sehr hell ist, wirkt es sehr aktivierend. Ich unterrichte nur erste Stunden. Ich muss immer das Licht aufdrehen. Die Schüler drehen es nie von sich aus ab, weil ich einfach da erst ankommen und noch in dieser ruhigen Phase sind. Grundsätzlich glaube ich, dass der Rainergassentrakt deutlich freundlicher ist, auch durch die Farbgestaltung, weil er teilweise gelb ausgemalt wird. Im Kriehubergassentrakt hat jetzt das Team der Kunstlehrer und Werklehrer begonnen, Kunststücke aufzuhängen. Das ist schon besser. Dringend notwendig wäre, dass das ausgemalt wird in einer hellen, freundlichen Farbe. Das lässt das Budget gar nicht zu. Also bauliche Veränderungen innen dürfen wir nicht vornehmen, weil wir Mieter sind. Also die Bildungsdirektion mietet von der Bundesimmobiliengesellschaft das Haus und wir können ihnen gewisse Dinge machen. Ausmalen ist manchmal auch schon heikel, aber es muss das Geld dazu da sein und das Budget ist dermaßen eng, dass meistens gewinnt, dass wir, weiß ich nicht, neue Sportgeräte kaufen, Chemikalien kaufen, einen neuen Computer kaufen und dann bleibt das auf der Strecke. Und im Moment ist es so, dass wir ja nebenan eine Baustelle haben und das Haus bewegt sich ein bisschen, obwohl der Sockel gefestigt worden ist (…)und die gibt es auch schon teilweise. Und meine Hoffnung ist, dass diese Risse praktisch gekittet werden und dass wir dann eine neue Ausmalung bekommen. Bis dahin haben wir vor, dass die Kinder in den Klassen gemeinsam mit den Klassenvorständen den Sockel selbst ausmalen, weil es auch sehr schmutzig ist. Und meine Idee ist, wenn man selbst ausmalt, dass man ein bisschen besser darauf aufpasst.
Person 2: Das ist eine gute Idee. Partizipation ist immer gut. Würden Sie sagen, man spürt, dass der Kriehubertrakt ursprünglich im Finanzamt war? Von der räumlichen Struktur her? Oder ist das eigentlich einfach ein Gründerzeitgebäude, was halt ungenutzt würde? (…)
Person 3: Also die Gänge sind nicht sehr angenehm, aber sie sind grundsätzlich breit genug, was sehr wichtig ist, weil unsere Schule ist ja relativ rasch explodiert. Ich bin jetzt seit 13 Jahren da. Da gab es hier 620 Schülerinnen. Wir haben jetzt knappe 1100 Schülerinnen und Schüler und es war hier deutlich zu eng, auch von dem, wenn die Kinder alle gleichzeitig ins Buffet wollen, herausholen, dass es besser gelöst im Kriehubergassentrakt. Auch, weil wir dort drei Stiegenhäuser haben und hier hatten wir nur zwei. Also vom Sicherheitsaspekt her sind die Gänge gut, ästhetisch sind sie gar nicht. Gar nicht. Aber wir haben auch nur alte Dinge. Also die Spinde, die dort stehen, sind meistens nicht schön, weil wenn wir einen Spind geschenkt bekommen, nehmen wir den, weil die Finanzierung nicht drinnen ist.
Person 2: Okay, also würden Sie sagen, es gibt einen Unterschied zwischen den Gängen.
Person 3: Definitiv hier einladender und dort sind sie zweckmäßig, wie viele Schüler dort sind. Im Normalfall sind viel mehr Klassen jetzt im Kriehubergassentrakt und die Gänge wirken nicht einladend, die Klassen tendenziell schon. Die sind besser, heller.
Person 2: Größer?
Person 3: Größer.
Person 2: Also von der Raumproportion sind die Klassen im Kriehubergassentrakt größer. Aufgrund der Baustelle jetzt die Klassen von Brandschutzanforderungen her, gar nicht so voll gemacht werden dürfen.
Person 3: Nein, das ist ganz interessant. Wir haben hinten das Stiegenhaus gesperrt, dann gibt es den Brandschutz. Der Brandschutz sagt, bis zum nächsten Fluchtweg darf es nur so und so weit sein. Es muss aber auch einen zweiten Fluchtweg geben und dadurch sind hinten alle Klassen gesperrt und es wurde abgezählt, wie viele Personen flüchten dürfen über die einzelnen Stiegen. Danach hat sie die Belegung gerichtet. Das heißt der Admin ist dagesessen und hat geschaut, wie viele Schüler haben wir, in welchen Klassen? Wie kann sich das ausgehen, sodass wir möglichst viele Räume nutzen können? Und jetzt heißt es, dass ganz große Klassen oft in den kleinen Räumen in der Rainergasse sind und die kleineren Klassen drüben.
Person 2: Das heißt für die Belegung der Klassenzimmer ist die Administration zuständig?
Person 3: Also in dem Fall war es die Vorgabe durch die durch den Brandschutz.
Person 2: Aber sonst regelmäßig.
Person 3: Danach überlegen wir gemeinsam, wer wohin kommt.
Person 2: Weil es ist ja auch spannend, welche Wege man im Schulgebäude dann hat und wo hat man seinen Spind. Wo hat man seinen Unterricht, wo muss man vielleicht ein Klassenzimmer wechseln?
Person 3: Und in dem Fall ist es ja so, dass die Kinder oft sehr weit zum Spind gehen müssen, weil ja so viele Klassenräume gesperrt sind und wir aber die Spinde auch nicht überall montieren können. Weil wenn der Kabelkanäle sind, kann man kein Spiel dran machen und wir müssen alles fix montieren. Es darf ja nichts lose stehen, weil das zu gefährlich wäre. Das ist im Moment sehr unglücklich gelöst.
Person 2: Aber aufgrund der Baustelle ist es temporär?
Person 3: Es ist so, genau. Also in eineinhalb Jahren ist einerseits die Baustelle fertig, andererseits sind dann zehn Klassen umgezogen, weil wir bauen ja noch ein zweites Gymnasium hier auf. Das werden Sie vielleicht mitbekommen haben, das Village Gymnasium. Wenn die dann auch draußen sind, hat jede unserer Klassen einen eigenen Raum. Wir verwenden dann die kleinen Räume als Teilungsräume und die Klassenzimmer werden da sein.
Person 2: Okay. Würden Sie denn sagen, durch diese unterschiedlichen Räumlichkeiten, die diese Schule bietet, also durch dieses Zusammenspiel von dem Bestand der Kriehubergasse und der Räume in der Rainergasse, dass das der Schule eigentlich einen Mehrwert bietet, dass man unterschiedliche Räume unterschiedlich bespielen kann? Vielleicht auch unterschiedliche pädagogische Konzepte durchführen kann?
Person 3: Ja, der Vorteil an diesem Trakt ist, dass es diese freien Lernzonen gibt, die Schülerinnen nutzen können, wo wir keine durchgehende Aufsichtspflicht haben. Also Oberstufenschülerinnen und Schüler können in diesen freien Lernzonen die sind da drüben im Eck, die sind frei zugänglich. Die brauchen uns nur sagen, dass sie hier sind, damit wir wissen, es ist noch jemand im Haus, falls ein Brandalarm gibt. Die können die nutzen. Das ist ein Vorteil. Diese Möglichkeit haben wir hier [im Rainertrakt] gar nicht. Also es gibt keine offenen Zonen, wo Schülerinnen und Schüler sie aufhalten können. Nämlich angenehm. Hier sitzen sie vor der Bibliothek. Oder unten im Eingangsbereich.
Person 2: Wo halten sich Schülerinnen in der Pause auf?
Person 3: Da sind sie in der Klasse oder im Buffet.
Person 2: Okay. Weil wir haben jetzt auch schon mehrere Beichtungen gehabt in so Clusterschulen, wo es ja auch ganz ausdrücklich dann eben diese Mehrzweckflächen gibt und Marktplätze
Person 3: Genau das gibt es bei neuen Schulen. Also wenn sie dann noch studieren, das Village Gymnasium, wird er ins Village im Dritten umziehen. Und da ist genau von den Plänen her so gedacht. Vier Klassen und in der Mitte ein gemeinsamer Pausenraum.
Person 2: Im Gegensatz dazu hält hier dieses typische Gangschulenkonzept. Man hat Gang und Klassenzimmer, die sich aneinanderreihen. Würde es denn hier in diesem Schulgebäude auch Ihrer Meinung nach so ein anderes pädagogisches Konzept umsetzbar sein?
Person 3: Das glaube ich schon, dass man Fachräume zum Beispiel machen könnte. Aber nicht diese (…) Cluster schon, auch wenn man die offenen Lernzonen nimmt. Also man könnte schon die Kriehubergasse hernehmen und dort ein bisschen mehr probieren. Vielleicht wird es auch dahingehend mal kommen, dass wir Fachlehrräume haben. Ich unterrichte Mathematik zum Beispiel hauptsächlich im Computerraum, weil ich Geogebra brauche und die Schüler kommen immer zu mir in den Raum. Also es kann schon durchaus sein, dass wir in der Oberstufe das auch so gestalten.
Person 2: Funktioniert das dann mit jedem Fach, dass man sagt, man hat dann nur noch irgendwie Deutsch im Deutschraum?
Person 3: Das kann schon gehen, das macht schon Sinn. Dass man das Material auch im Raum ist. Jetzt haben wir Odiate. Das heißt, man muss das immer alles mitnehmen und holen, wenn man was in der Klasse braucht.
Person 1: (…) Dann gäbe es wieder neue Wege?
Person 3: Das was ich am schwierigsten finde, ist, dass die meisten Kinder hier über diese kleine Stiege gehen, weil die einfach zu eng ist, zu steil ist. Und ich finde es schade, dass sie das nicht aufteilt auf alle Stiegen. Es liegt aber daran, dass wir aus Sicherheitsgründen nur den Rainergasseneingang offen haben für die Schülerinnen und Schüler. Weil wir haben ein paar Tiere und der wird jetzt vermutlich dann auch demnächst ganz gesperrt. Ab 8:30 muss man dann immer anläuten, wenn man reinkommt. Weil wir dann endlich einen Drücker haben werden, den man von der Ferne bedienen kann. Mit einer Kamera. Also es wäre schön, wenn alles offen sein könnte, aber das geht aber aus Sicherheitsgründen nicht.
Person 1: Das haben wir uns tatsächlich auch gefragt, weil wenn man in alle Schulen einfach so reinlaufen kann, hatten wir uns genau die Frage der Sicherheit gestellt.
Person 3: Aber es würde jetzt schon gehen, in dem jeder Schüler einen Button bekommt, das ist aber nicht finanzierbar. Und darum eben bis 8:30 offen mit verstärkter Präsenz des Verwaltungsteams unten. Und dann muss man läuten, wenn man rein möchte.
Person 2: Wenn wir schon beim Sicherheitskonzept sind. Wie stehen Sie zu den Gangfenstern im Kriehubergassentrakt? Weil uns wurde mitgeteilt, speziell jetzt, nachdem nach dem Amoklauf, dass es Diskussionen gibt, wie man damit zukünftig damit. Einerseits bringen die Fenster Licht in diese dunklen Gänge, andererseits hat man vielleicht nicht mehr so das Gefühl der Sicherheit in den Klassenräumen.
Person 3: Aus meiner Rolle als Schulleiterin finde ich die Gangfenster grandios, weil ich gehe durch und sehe ist eine Lehrkraft drinnen und was passiert mit den Schülern? Und auch wenn ich vorbei gehe, wenn ich selbst unterrichte sehe ich, es gibt eine Gangaufsicht. Ich sehe, was passiert in der Pause? Also es gibt nicht so die Möglichkeit sich zu verstecken, irgendwo ganz hinten, sondern die erwachsenen Personen, die sich bewegen, kriegen das viel besser mit. Als Schulleiterin finde ich das großartig. Als Schülerin hätte es mich gestört. Ich wäre auch viel leichter abgelenkt gewesen, wenn man immer am Gang vorbeigeht. Und vom Sicherheitsaspekt her? Ja. Es gibt, glaube ich, blinde Stellen in jeder Klasse, wo es nicht einsichtig ist. Und ja, es ist das Glas ein festes, aber selbst ein Glas in der Tür wird man vermutlich aufschießen können, wenn es einem ganz wichtig ist.
Person 2: Wahrscheinlich ja. Wir haben gesagt, eigentlich ist es ja ist dieses Thema der sozialen Kontrolle vielleicht sogar eher positiv auch für diesen Sicherheitsaspekt zu bewerten. Wenn man eben weiß ist wer noch im Raum drin ist.
Person 1: Und die Transparenz auch oft für die Schülerinnen als positiv wahrgenommen wird, dass sie sich die Schülerinnen im Unterricht nicht wie in so einem Käfig fühlen, sondern dass es mehr Durchlässigkeit gibt. Da hatten wir uns eben auch die Frage gestellt, wie ablenkend das während dem Unterricht ist. Wir hatten jetzt das Gefühl, wenn man durch die Gänge geht, schauen sie erstaunlich wenig aus dem Fenster. Aber das ist natürlich auch sehr situationsabhängig, was dann am Gang passiert.
Person 3: Es wird darauf ankommen, wer gerade unterrichtet, was und wie leicht man sich ablenken lässt.
Person 2: Hier gibt es noch abschließend irgendwas, das Sie gerne ergänzen würden oder was Sie noch unbedingt dazu sagen wollen, was Sie sich wünschen würden?
Person 3: Ich habe diese Folder gesehen, haben Sie diese gemacht? Diese neue Planung der Schule.
Person 2: Das war der andere Teil der Gruppe.
Person 3: Das war sehr beeindruckend. Es gibt jetzt, durchs Village Gymnasium ist mir das aufgefallen, und auch durch andere neue Schulbauten, den Trend, das jetzt anders zu gestalten. Ich weiß nicht, ob die pädagogischen Konzepte schon so mithalten können, weil der Unterricht nicht so stattfindet, dass man individualisieren kann. Ich war jetzt gerade in einer Unterrichtsbeobachtung: eine Lehrkraft, 28 Kinder im Alter von elf Jahren. Da ist nicht mehr. Da ist es gut, wenn man die gut überblicken kann, wenn die nicht so frei durchs Haus gehen können. Auch wenn sie vielleicht zum Lernen was anderes bräuchten. Das ist halt die Frage, was in einer öffentlichen Schule wichtig ist. Wie möchte ich das bespielen? Und solange wir einen Schlüssel haben, wo eine Lehrperson auf 28 Schülerinnen ist, ist halt auch die Frage mit dem freien Lernräumen und diesen Cluster von Klassen. Es ist die Frage, wie man das gestaltet (…) Gänge, wo sich sieben erste Klassen in den Pausenzeiten aufhalten ist ein Wahnsinn. Das ist laut, das ist es viel. Wenn man einen Cluster hätte, wie würde man das gestalten? Gibt man da eine erste, zweite, dritte, vierte Klasse zusammen? Oder vier erste? Da braucht es einfach noch Konzepte und Erfahrungen. Die gibt es aus meiner Sicht im Moment nicht, weil das System das auch gar nicht hergibt.
Person 2: Das heißt, das Bildungssystem ist da noch nicht auf dem Stand?
Person 3: Es ist die Frage wozu? Warum es die Schule gibt. Wozu wollen wir Schüler ausbilden? Der Staat gibt vor, zu guten Staatsbürgern. Na ja, da geht es nicht um Individualisierung. Und sie mögen best gefördert werden. Nein, sie sollen mündig sein. Sie sollen möglichst selbstständig sein, ihr Leben möglichst selbst gestalten können. Aber das, wie wir hier Schule spielen, ist das System, das Sie noch kennen aus Ihrer Schulzeit und ich aus meiner. Da hat sich methodisch schon viel getan, aber die Struktur ist dieselbe geblieben.
Person 2: Also darf ich dann zukünftig die verschiedenen Akteure noch mal zusammensetzen?
Person 3: Naja, aber es scheitert ja fast ausschließlich an der Finanzierung. Wir haben hier extrem junge Lehrpersonen. Wir sind über 50 % jünger als 34 Jahre. Also die sind richtig, richtig jung und haben richtig gute Ideen. Und sie finden auch Möglichkeiten, den Raum hier zu nutzen. Wir haben am Dach seit zwei Jahren Bienenstöcke. Wir haben jetzt ein Fotolabor, weil da irgendwer gesagt hat „Mein Herz brennt aber dafür, ich möchte das unbedingt haben“. Und so werden Stück für Stück Dinge umgesetzt und wir versuchen, mit dem Raum, den wir hier haben, bestmöglich irgendwie auszukommen und auch Neues anzubieten. Aber so ein neues Gebäude bietet andere Möglichkeiten und da braucht es ein anderes Konzept und das [dieses neue pädagogische Konzept] werden wir in dieses hier nicht reinstopfen können.
Interview 3:
Person 1: Hallo.
Person 2: Hallo, genau. Also, wir forschen im Zuge des Wahseminars Schulbau im Klimawandel. Zu eurer Schule und im speziellen Fall sogar zum Kriehubertrakt und zur Raumwahrnehmung. Weil wir sind der Meinung, dass eigentlich das nachhaltigste Gebäude, das ist, was nicht neu gebaut werden muss. Der Kriehubertrakt war ursprünglich ein Finanzamt. Und wir wollen jetzt rausfinden, was macht das mit der Pädagogik? Was macht das mit der Raumwahrnehmung? Wie funktioniert der Unterricht dort? Funktioniert der besser oder schlechter jetzt im Vergleich zu Rainergasse? Deswegen die erste Frage eigentlich: welche Räume funktionieren am besten oder am schlechtesten? Wo lässt sich am besten unterrichten? Jetzt auf das gesamte Schulgebäude bezogen.
Person 3: Ich finde es voll, abhängig von was man macht. Also in der Rainergasse zum Beispiel gibt es keine Verdunkelungsjalousien. Das heißt, wenn ich irgendwas auf YouTube oder so zeigen möchte, bin ich lieber im Kriehubertrakt, weil da kann ich schön verdunkeln. Also da würde ich sagen ist der Kriehubertrakt. Ich finde die Räumlichkeiten und Klassen im Rainergmnasium netter. Ich finde sie fühlen sich, gemütlicher an, wegen dem Holz glaube ich. Das heißt ich finde es voll abhängig, was ich unterricht, wo ich lieber bin.
Person 2: Und auch weil die Klassen zum Beispiel im Kriehubertrakt, sind ja von den Dimensionen viel größer. Und generell alles ist großzügiger geschnitten. Ist das auch positiver für den Unterricht?
Person 3: Also meine Klasse ist tatsächlich in einer ganz kleinen Klasse im Kriehubertrakt. Also ich finde die klasse ist zu klein. (...) Ja, ich habe dann eine Oberstufenklasse in einem sehr großen Raum, aber da sind die Schüler wieder nur zu fünftzehnt. Da finde ich es dann wieder gar nicht so cool, dass es unbedingt so groß ist, weil ich finde, da fühlt man sich distanzierter und es ist wieder nicht so, sitzt man mal zusammen. Die Schüler sitzen alle in der letzten Reihe und du bist zu weit vorne. Also ich muss sagen, Raumgröße, abhängig von Klassengröße.
Person 2: Ja okay, dann ist es ja eigentlich voll der Vorteil, dass die Schule hier eben dieses Spektrum an unterschiedlichen Raumproportionen und Räumen hat, oder? Also eigentlich ein Vorteil, dass man das theoretisch so nutzen könnte und unterschiedliche Räume anbieten kann für unterschiedliche Möglichkeiten. Würdest du sagen, dass das Konzept Gangschule, so das Beste ist, was so gibt? #00:02:43‑6#
Person 3: Was ist Konzept Gangschule?
Person 2: Also das ist quasi einen Gang gibt, also Gang und Klassenzimmer aneinandergereiht ist so wie es hier funktioniert. Also man hat sozusagen eine Erschließungsgang und von dem aus gehen die Klassenzimmer ab. Dieses ganz klassische und man steht dann auch in diesem Frontalunterricht, also so als Vergleich ist vielleicht zum Beispiel. Ein anderes Prinzip wäre eine Clusterschule, die jetzt oft neu gebaut werden, dass man in einem Cluster verschiedene Klassen hat und die haben dann einen gemeinschaftlichen Treffpunkte, der wie so ein Marktplatz funktionieren soll, wo die Interaktion zwischen den Schülern stattfinden kann und Gemeinschaftsflächen, wo dann Workshops stattfinden können, wo unterschiedliche Klassen miteinander agieren.
Person 3: Keine Ahnung. Ich habe keine Erfahrung mit einem anderen System. Ich war in den USA in der Schule und was ich halt cool fand, ist, dass die Lehrer da. Ich meine das jetzt etwas anders, aber da hatten die Lehrer halt einen Raum und die Schüler kommen zu einem. Und das finde ich halt richtig cool, weil ich als Lehrerin könnte mir meinen Raum jetzt richtig einrichten. Also Geschichte und Englisch Raum und ich muss nicht immer zu den Schülern gehen, also und die Schüler kommen zu einem und das finde ich dann auch ganz cool. Aber das geht jetzt glaube ich ein bisschen weg vom Thema.
Person 2: Nein also, weil der persönliche Bezug zu dem Raum auch für Lehrer positiv ist.
Person 3: Genau. Ich komme so in ihre Räume rein und ich finde, das hat auch eine ganz andere Dynamik.
Person 2: Ja.
Person 3: Ich kenne kein anderes System als das, was ihr beschrieben habt, was wir hier sehen. Also ich kann gar nicht sagen, was ich lieber habe.
Person 2: Ich meine, zum Beispiel im Kriehubertrakt gibt es ja diese Pausen/ Aufenthaltsräume, aber die sind ja eigentlich nur für die Schülerinnen. Das würde ja zum Beispiel hier in der Rainergasse, was wir mitbekommen haben, ein bisschen fehlen. Und sowas wäre zum Beispiel in den ganz kleinen Ansätzen ja das so Interaktionsräume gibt zwischen den Personen. Würdest du sagen, man spürt, dass der Kriehubertrakt ursprünglich was anderes war? Also von der Funktion her?
Person 3: (...) Nein. Also ich habe es nicht gewusst. Ich habe es von euch erfahren, was es ursprünglich war. Ich dachte, es war einfach eine andere Schule. Ich mag ihn halt optisch nicht. Ich finde es düster. Die Lichter gehen nicht automatisch an. Es sollten immer Lichter sein. Also, ich finde ihn überhaupt nicht herzlich oder willkommen. Das merkt man schon. Einen kleinen Unterschied. Aber ich hätte jetzt nicht gewusst, was es vorher war.
Person 2: Aber okay. Ja, ja, ergeht uns auch so, dass wir gesagt haben, man merkt diesen Unterschied doch sehr stark. Ich meine, es gibt die Gangfenster. Was sagst du dazu?
Person 3: Auf der Seite?
Person 2: Zwischen dem Klassenzimmer zum Gang hingehend.
Person 3: Dass die Kinder rausschauen können.
Person 2: Wie findest du das?
Person 3: Vor und Nachteile. Also ich finde es schon nett. Also ich finde es nett, wenn man so ein bisschen reinschauen kann und sieht, wie Leute gerade arbeiten. Also ich finde, das hat schon was. Wenn das nicht immer so in geschlossenen Räumlichkeiten ist. Aber die Kinder sind auch abgelenkt, wenn sie drinnen sind. Sie schauen gerne raus, also wenn Leute da sind. Dann winken sie sich aber andererseits auch. Also ich habe jetzt nichts starke Meinung, zu schlecht oder gut. Okay.
Person 2: Hast du dann eine Klassenzimmer, wo du sagst, du unterrichtest du am liebsten? Es ist da oder da? Wenn du dich jetzt entscheiden müsstest. Eher im Kriehubergassentrakt.
Person 3: Nein eher im Rainertrakt. Und ich mag gerne den Rundraum. Den habe ich nicht oft, aber nur in Assistenzstunden. Der ist einfach cool, weil er so anders ist und so schön hell. Natürlich wegen den Fenstern. Dieses Runde. Und irgendwie ist dann ganz ein anderer Vibe. Also in diesem klassischen Klassenzimmer. Ja, den mag ich gerne.
Person 2: Okay, also das wäre sozusagen. Höre ich etwas heraus, das sozusagen dieses ganz klassische rechteckige Klassenzimmer ist ein bisschen langweilig auf Dauer?
Person 3: Ja das ist auf jeden Fall mal was Neues, was man gleich merkt, es verändert Dynamik oder so. Genau. Also ich muss sagen, ich mag nur den Kriehubergassen mehr, weil ich sie verdunkeln kann. Und als Englischlehrer verwende ich schon viel den Beamer und dann ist es wirklich blöd. Hier geht das nicht.
Person 2: Es gibt ja, glaube ich, gar keine Verschaltungsmöglichkeiten. Teilweise.
Person 3: Manche haben Vorhänge drinnen.
Person 2: Die aber oft schnell abgerissen werden mittlerweile oder?.
Person 3: Ja. Es ist nicht ideal.
Person 2: Sonst noch irgendwas, was du gerne ergänzen würdest oder was dir einfällt, was du dir wünschen würdest?
Person 3: Ich finde einfach ein automatisches Licht da drin.
Person 2: Okay, ja.
Person 3: Ich denke mir, es muss doch so simpel sein, dass das einfach immer brennt. Weil es geht einfach immer aus und dann ist es wieder düster und dann muss ich wieder es anschalten.
Person 2: Ja.
Person 3: Also, das verstehe ich nicht.
Person 2: Ja, es ist ein bisschen wie in so einer Höhle oder im Krankenhaus.
Person 3: Ja, ja, ja, ja. Fast eher wie schon in einem Gefängnis.
Person 2: Ja, Ja. Okay. Ja, ich glaub, das war's schon. Danke schön. Bitte. Bitte.
Interview 4:
Person 1: Genau. Also wir sind wie gesagt, von der TU Wien. Und unsere Forschungsfrage dieses Semester beschäftigt sich mit Bestandsgebäuden und der Raumwirkung in Bestandsgebäuden, weil wir der Meinung sind, dass eigentlich alles, was nicht neu gebaut werden muss, das Nachhaltigste ist. Also ja, und deswegen sind wir da zufälligerweise aufs Rainergymnasium gekommen, weil ich weiß nicht, ob Sie es wissen, aber es gibt ja diese zwei Schulteile und der Kriehubertrakt war ursprünglich ein Finanzamt.
Person 2: Ja, das weiß ich noch genau.
Person 1: Da sind wir in der Schule. Wir haben Bestandspläne gesehen und haben uns damit auseinandergesetzt, was eben das für Vor und Nachteile hat. Und wie die Räume wirken. Welche pädagogischen Konzepte lassen sich umsetzen oder nicht umsetzen? Deswegen die erste Frage erstmal In welchem Raum allgemein würden Sie sagen, dass Sie sich am besten unterrichten? Was ist Ihr Lieblingsraum?
Person 2: Gute Frage. Also ich bin Musiklehrer, das heißt, wir haben in diesem Trakt einen Musiksaal und in der anderen Trakt einen Musiksaal. Also als Musiklehrer unterrichtet man natürlich am liebsten im Musiksaal. Es gibt ein paar Stunden, die in der Klasse sind. Die sind halt dann nicht so toll. (...) Und ich habe eigentlich schon oft überlegt, welcher Trakt mir auch besser gefällt zum Unterrichten. Und das ist aber auch irgendwie in jedem Jahrgang anders. Mit jeder Klasse anders. Es kommt auch auf die Unterrichtssituation an, also was man geplant hat. Deswegen könnte ich das jetzt so gar nicht beantworten.
Person 1: Und gibt es irgendwelche spezifischen Eigenschaften, in dem sich die beiden Musikräume voneinander unterscheiden?
Person 2: Also insgesamt sind im Rainergassentrakt die Räume glaube ich alle kleiner als im Kriehuber, dort ist hinten dann noch Platz. Also wenn man irgendwas geplant hat, wo man sich vielleicht dazu bewegen möchte oder so. Oder wenn man sagt okay, wir setzen uns hinten auf den Boden, dann muss man im Kriehubertrakt keine Tische wegräumen. (...) Genau.
Person 1: Würden Sie sagen, dass die Raumproportionen dann eigentlich im Kriehubertrakt mehr Flexibilität geben für pädagogische Umsetzungen?
Person 2: Ja, das auf alle Fälle. Und in diesem Trakt im Rainergassentrakt sind auch die Räume oft zu klein. Also da sitzen die Schüler wirklich gedrängt aneinander. Also die sind oft ausgelegt für, sagen wir mal 25 Kinder und es sitzen halt 28 Kinder drinnen und das merkt man ja.
Person 1: Was macht das mit ihnen, mit den Schülerinnen? Also lässt es sich dann einfach weniger gut unterrichten, oder?
Person 2: Ähm. Also ich sage mal, als Lehrender merkt man es weniger, weil man halt eine Stunde drinnen ist und dann wechselt man wieder Raum, dann fühlt man sich nicht beklemmt. Aber die Schülerinnen jammern halt dann schon manchmal, dass es einfach beengt ist und und, Ähm. Ja.
Person 1: Okay. Wie würden Sie denn, wenn wir uns jetzt nochmal gedanklich rüber in den Kriehubertrakt bewegen, das allgemeine Raumerleben dort beschreiben?
Person 2: (...) Also ich finde halt im Rainergassentrakt der Bau ist, glaube ich doch wesentlich älter. Da spürt man halt einfach, dass da halt mehr Geschichte drinsteckt.
Person 1: Weil da darf ich Sie unterbrechen eigentlich das Finanzamt aus einem ähnlichen Zeitalter kommt wie der Rainertrakt. Also es ist auch ein Gründerzeitbau. Es ist auch Ende des 19. Jahrhunderts. Aber man spürt wahrscheinlich, dass dieser Trakt als Schule geplant wurde.
Person 2: Ja, das auf alle Fälle.
Person 1: Das drüben dann saniert und umgebaut und die typologische Veränderung dann stattgefunden hat irgendwann.
Person 2: Ja, na und eben so wie hier diese Rundbögen und so, das erinnert halt dann doch eben an frühere Zeiten. Und drüben ist halt doch eher moderner Bau. Und ja, ich bin halt auch Geschichtslehrer, da fühlt man sich halt bei so Rundbögen dann wohler.
Person 1: Und für uns zum Beispiel ist es sehr auffallend im Kriehubertrakt, dass es einfach sehr düster ist, wenn hingegen im Rainertrakt wirkt alles sehr freundlich. Was für uns z.b. die gelbe Wandfarbe oder die Ganggestaltung und die Lichteinflüsse. Ähm.
Person 2: Ja, es sind auch hier einfach mehr Plakate, Bilder, so Schaukästen, weil halt eben der Trakt halt einfach schon viel länger in der Schule ist und bei dem anderen merkt man halt, das ist wenn überhaupt grad erst noch im Entstehen, dass da halt irgendwann mal Wandschmuck und so gibt.
Person 1: Ja, aber weil wir jetzt vorhin eigentlich die Vergleiche hatten zwischen den Musiksälen, die in den Proportionen halt unterschiedlich sind. Würden Sie allgemein sagen, dass diese unterschiedlichen Räumlichkeiten, die die Schule hat, durch die Erweiterung des Finanzamtes, also das es quasi ein Spektrum an unterschiedlichen Räumen gibt, das eigentlich ein Vorteil ist, dass man einfach unterschiedliche Räume unterschiedlich bespielen kann. Oder würden Sie sagen, Typus Klassenzimmer im Kriehubertrakt könnte man hier im Rainertrakt auch haben. Also es wär besser, wenn alles gleich wäre.
Person 2: (...) Na, ich glaube schon, dass es ein Vorteil ist, so dass man jetzt quasi sagt also ja, man kann Raum tauschen, das muss man immer mit den Kollegen absprechen. Aber kann man natürlich machen, wenn man sagt okay, ich habe jetzt was geplant, wo jetzt der größere Raum besser ist, kann man das machen. Und das ist, glaube ich, schon eher ein Vorteil, dass man das hat.
Person 1: Das man die Räume unterschiedlich nutzen kann. Wie finden Sie das Konzept Gangschule oder das Konzept Gangschule als abschließende Frage? Also das Konzept Man hat einen Gang und ganz viele Klassenzimmer hintereinander, die an den Gang geschaltet sind.
Person 2: Also dieses Konzept aus dem 19. Jahrhundert?
Person 1: ja also Ist ja hier auch an der Schule. Ja, ja.
Person 2: Ja. Da muss ich ganz ehrlich sagen, ich kenne es nicht anders. (...) Deswegen stört es mich nicht. Also auch in meiner Schulzeit war ich natürlich auch in so einer Schule. Es mag schon sein, dass das Schulen mit offenen Räumen. Gerade aus der Schülerperspektive stelle ich mir es cool und interessanter vor als, als Lehrer. Wenn man dann halt schon einige Jahre unterrichtet hat, ist es dann sicher eine Umstellung und. Ja, kann aber auch interessant sein.
Person 1: Hier wahrscheinlich schwer umsetzbar. Wir hatten halt noch den Input bekommen. Naja, es gibt ja diese Aufenthaltsräume im Kriehubergassentrakt, die man, wenn man sie nutzen wollen würde, vielleicht ja auch in Richtung Marktplatz oder Gemeinschaftsbereich irgendwo funktionieren kann. Finden oder funktionieren solche Konzepte trotzdem irgendwie als Mehrwert oder interessant irgendwie umsetzen?
Person 2: Ähm, also ich denke mir halt quasi nur räumlich was ändern. Also. Man muss halt dann einfach wirklich das Ganze, das ganze pädagogische Konzept ändern.
Person 1: Es ist wahrscheinlich auch etabliert so wie es ist.
Person 2: Genau da kenne ich einfach auch zu wenige andere Unterrichtskonzepte, Schulkonzepte, dass ich mir jetzt das so einfach vorstellen kann. Also ja.
Person 1: Okay.
Person 2: Obwohl ich noch nicht so alt bin, denke ich, ich bin da irgendwie konservativer, aber weil ich, weil ich es nicht anders kenne, halt.
Person 1: Also ja, neue Schulen werden ja heute oft auch zu Clusterschulen gebaut außen mit Terrassenräumen und Gemeinschaftsflächen. Und das ist ja wirklich der Kontrast. So kenne ich es auch aus meiner Schule. Wo wir uns die Cluster Raumprogramme angeschaut haben. Das war auch für uns was ganz Neues und das kam für uns auch erstmal ungewohnt war es einfach und aber es hat bestimmte Grundsätze für mehr Interaktion zwischen den Schülerinnen. Ja, ja, okay.
Person 3: Gibt es auch irgendwas, was sie da machen wollen und was sie sich wünschen würden?
Person 2: Ähm. (...) Also, was ich mir wünschen würde. (...) Ähm. (...) Also. Ja. Weil ich gelesen habe, so bezüglich Klima. Also, das wird sicher für Schulen auch spannend. Ähm. Ähm. So, in dem Kriehubergassentrakt ist es zum Beispiel immer kalt. Hier gibt es manche Räume, die sind komplett überheizt. Aber weil man halt auch keine Thermostate hat, wo es dann wieder heißt, Naja, das ist ein anderes Schulbudget, wo die Frage ist, wer zahlt es dann wieder was? Ja und ja. Und im Sommer ist er dann also so Juni oder Mai, dann oft schon so unaushaltbar heiß. Also Sowohl im Winter als auch im Sommer denkt man sich Puh ja spannend(...) Ähm. (...) Also ich würde sagen, dass im neuen Trakt, glaube ich, wird es heißer.
Person 1: Trotz der Verschattung, weil hier zum Beispiel gibt es keine Jalousien.
Person 2: Ja, die Jalousien haben wir. Wann haben wir die gekriegt? Letztes Jahr. Oder vor zwei Jahren. Mit denen ist jetzt besser. Ja. Davor war es eben wirklich unaushaltbar. Jetzt mit denen. Ja, besser.
Person 1: Uns ist aufgefallen, dadurch das es hier als eine Schule geplante war. Funktioniert die Querlüftung viel besser? Also es wird zwar heiß, aber die Lüftung durch die Gänge haben auch Fenster usw. Können Sie das bestätigen?
Person 2: Ja, das wird wird sicher stimmen. Ja. Ja, genau.
Person 1: Ich glaub, das war's. Danke.
Interview 5:
Person 1: Genau. Also wie gesagt wir Forschen zur Raumwahrnehmung und dazu Wie und warum funktionieren Räumlichkeiten und pädagogische Konzepte? Und warum nicht? Und deswegen gleich die erste Frage. Gibt es einen Raum im gesamten Schulgebäude, wo Sie besonders gerne unterrichten, wo Unterricht besonders gut funktioniert? Und warum?
Person 2: Ähm, einen einzigen? Eigentlich nicht. Aber ich bin allgemein gern in den Räumen von Kriehubertrakt, weil dort mit Whiteboard gearbeitet wird und die Beamer moderner sind. Ähm, ja, aber es gibt also rein von der Raumbelegung eigentlich nicht.
Person 1: Okay. Wie würden Sie allgemein das Raumerleben im Kriehubertrakt beschreiben?
Person 2: Ähm, also es ist eigentlich recht simpel gehalten, also was die Dekoration usw betrifft, weil sie eben nicht extra für eine Schule erbaut worden ist, merkt man halt schon, dass es eher sehr grau ist und eher eben ein Finanzamt entsprechend würd ich mal sagen, aber sonst kann man die Dekorationen können, quasi selbst vorgenommen werden. Aber so rein baulich ist es jetzt nichts besonderes, aber es genügt ja sozusagen.
Person 1: Also uns ist aufgefallen, dass die Klassenräume vor allem größer geschnitten und großzügiger geschnitten sind. Hat das auf den Unterricht und generell auf die Unterrichtsgestaltung einen eher positiven Einfluss oder einen Mehrwert?
Person 2: Das kommt immer darauf an. Also ich finde, wenn es größer ist, allgemein immer besser, weil alle genug Platz haben. Es gibt dieses Jahr, weil wir sehr viele Klassen sind und drüben wird umgebaut. Da gibt es manche auch große Klassen, die in eher kleineren Räumen sein müssen und das ist dann schon sehr anstrengend. Also wenn du jetzt in einen kleinen Raum 28 Schüler sind, die Hitze entwickeln natürlich auch. Und allgemein ist alles ein bisschen enger. Also wenn man mehr Platz hat, ist es meistens schon gescheit. Auch wenn man jetzt hin und wieder vielleicht andere Unterrichtsmethoden oder so verwendet, die einen Sesselkreis oder was auch immer benötigen. Ist natürlich cooler, wenn man mehr Platz hat.
Person 1: Voll. Wollte ich gerade fragen Wie machen Sie das? Also benutzen Sie alternative Methoden oft so, dass man sagt, man braucht den Platz, man braucht Bewegung, man braucht andere Stuhlkreis Formen oder andere Unterrichtssituationen.
Person 2: Eher selten momentan. Aber ich bin selbst jetzt letztens erst mit dem Studium fertig geworden. Also die Vorbereitung ist natürlich um einiges intensiver. Das heißt, ich habe hin und wieder zwar einzelne Projekte gehabt, wo ich nicht nur rein frontal unterrichtet habe, sondern in Gruppenarbeiten oder anderen dynamischen Settings, aber momentan eher selten bei mir.
Person 1: Okay, würden Sie sagen, dass dadurch, dass diese Schule eben so unterschiedliche Räumllichkeiten anbietet, das es einen Mehrwert hat, weil man eben sich aussuchen kann, weil es kleine Räume gibt, große Räume gibt, unterschiedliche Raumproportionen, Lichtverhältnisse. Ist das ein Vorteil oder hätten Sie lieber, wenn Sie es sich so aussuchen würden, eine Schule, wo alle Klassenzimmer gleich sind?
Person 2: (...) Eigentlich. Für mich persönlich macht das nicht einen riesen Unterschied, weil es andere Faktoren gibt, die halt wesentlich wichtiger sind, wie zum Beispiel die Klassengröße oder allgemein, ob es jetzt vielleicht zwei Lehrer sind usw. Also dass dieses Verhältnis von Lehrer zu Schüler, finde ich, ist natürlich ausschlaggebender. Wobei natürlich vor allem ins Negative gibt es schon Beispiele. Zum Beispiel ich bin Informatiklehrer und wir haben oben zwei Säle und bei einem ist es ganz klassisch in Reihen und der andere ist eher so wie so ein “M”, quasi mit zwei Gängen quasi rein. Und bei dem macht es schon einen großen Unterschied, was die Aufmerksamkeit des Schülers betrifft, also wie vielleicht die Sessel und Tische angeordnet sind. Also die Sitzordnung in Informatik heißt das halt wegen den Geräten fest, da kann man nicht viel ändern. Das macht schon einen großen Unterschied.
Person 1: Funktioniert der Frontalunterricht besser?
Person 2: Also wenn man zu zweit ist, ist es schon ein Vorteil, weil dann kann man durch die Gänge schnell gehen und bei allen zuschauen gleichzeitig, man kommt zu jedem besser hin. Aber gerade wenn es jetzt vortragende Phasen sind, eher ist es natürlich immer viel schwerer, die Aufmerksamkeit von Schülern zu bekommen, wenn sie seitlich sitzen und in einer Reihe und erst, wenn alle quasi vorne sind. Obwohl ich in Informatik das Allgemeine etwas anders ist, weil wegen den Bildschirmen die Schüler sich verstecken können dahinter ein bisschen. Also das ist dann ein bisschen schwerer, alle immer dabei zu halten.
Person 1: Ja, ich weiß jetzt, dass diese Schule hier ist ja eher als Gangschule konzipiert und umgesetzt. Also es gibt einen Gang und Klassenzimmer, die sich aneinander reihen. Würden Sie sagen, vielleicht andere pädagogische Konzepte würden sich hier auch umsetzen lassen? Werden Sie also z.B. Cluster Schulen, Mehrzweckmöglichkeiten, Räume oder Flächen?
Person 2: Doch, ich glaube schon. Ich war in der Grenzackerstrasse habe ich mein Praktikum gehabt und die haben das so als recht neue Schule die Praxis Mittelschule dort war die PH ist und die haben quasi zwei Räume pro Klasse, also Luxus wirklich oder halt einen einen klassischen Klassenraum quasi mit Räumen und vor jedem wo die Spinde sind von den Schülern ist, also ein offener Lernraum, wo auch Tische stehen, also quasi mit Gängen, aber halt quasi ein geschlossener und offener Raum nebenbei, was sich ja sehr gut eignet, je nachdem, ob man eher was Interaktives machen will oder eher Projektarbeit oder eher frontal, dass man sich den Raum aussuchen kann und um die Gruppen zu teilen usw.
Person 1: Ja, spannend. Also es gibt ja hier im Kriehubertrakt dann schon noch diese Aufenthaltsräume vor den Musikzellen, also links hinten.
Person 2: Ach so, ja, ja.
Person 1: Die so ein bisschen in diese Richtung gehen, das ist vielleicht als als Mehrzweckraum genutzt werden kann.
Person 2: Genau.
Person 1: Aber wird aktuell noch nicht.
Person 2: Also ich habe das nur jetzt dieses Jahr, also eher selten. Vor allem, weil ein Gedanke ist, wenn andere Schüler davor Freistunde haben oder früher fertig werden. Oder wenn irgendwer sonst aufs Klo geht, kriegen das alle Schüler mit, was immer wieder ein großer Ablenkungsfaktor ist. Ich habe das nur einmal, habe diese Räume tatsächlich benutzt, dieses Jahr ganz zu Beginn in Informatik, so als kennenlern setting, weil wir da auch den Raum gebraucht haben. Und im Informatiksaal geht das halt nicht gut für so interaktive Spiele oder Vorstellrunden usw. Also da habe ich es schon genutzt, aber seitdem eigentlich nicht mehr. Okay.
Person 1: Ja, spannend. Gibt es sonst noch irgendwas, was Sie gerne ergänzen würden, was Sie sich wünschen würden?
Person 2: Ähm, ja. Also groß Zimmer also genug Raum wäre immer gut. Also jetzt in der Schule ist schon alles geschehen, aber allgemein sollte man darauf achten. Genug Raum, genug Licht auf jeden Fall. Also da bin ich sehr froh. Ich habe Lehramt studiert, habe ja technische Mathematik studiert und im Freihaus im achten Stock gibt es ja diese hübschen Übungsräume ohne Fenster. Genau, die sind dann schon eher deprimierend gewesen. Also Licht ist auf jeden Fall sehr wichtig und genug Platz, würde ich sagen.
Person 1: Und fällt es auf oder ist es sozusagen auf die Wahrnehmung eher negativ, dass wenn man in den Kriehubertrakt rüber geht, ist es sehr, sehr düster in den Gängen. Vor allem weil sich das Licht nicht selber einschaltet.
Person 2: Das ist immer wieder Kritikpunkt und es gibt ja bei der Schulsprecherwahl müssen bei uns die Schüler in der Oberstufe immer Reden halten und da haben wir einige immer wieder also als Punkt gesagt, Ja, wir wollen den Kriehubertrakt lebhafter machen und vielleicht mehr Pflanzen oder andere Dekoelemente. Es ist aber noch nicht so viel passiert, ehrlich gesagt. Aber das wäre schon cool, weil es stimmt schon, dass das sehr monoton ist und wenig Licht und wenig Farben. Also das wird sicher angenehmer oder halt cooler machen von der Atmosphäre, wenn es da ein bisschen mehr in die Richtung gehen würde.
Person 1: Aber die Klassenzimmer an sich funktionieren eigentlich ganz gut.
Person 2: Die funktionieren gut. Also das passt schon. Die meisten also vor allem, weil ja der Platz wirklich sehr groß ist, das ist schon cool. Ja, aber da hab ich jetzt vor allem von den Gängen geredet. Also da könnte man auf jeden Fall was machen.
Person 1: Ja, auf alle Fälle. Ich glaub, das war's schon fast. Danke schön.